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Gamedesigner

Spielend Geld verdienen

Sein Hobby zum Beruf machen — das gelingt nicht vielen. Anton Weste (32) aus Hannover war schon als Teenager ein Fan von Rollenspielen und verdient heute mit dem Entwickeln von Spielen als selbstständiger Gamedesigner sein Geld.

Anton Weste sitzt vor seinem Computer und dreht sich lachend zur Kamera.

Spiele mit mittelalterlichem Hintergrund: Für deren Entwicklung nutzt Anton Weste die Kenntnisse aus seinem Geschichtsstudium.

Foto: Privat

Auf dem geheimnisvollen Kontinent Aventurien leben Zauberer, Hexen, tapfere Ritter und furchterregende Ungeheuer. Welche Abenteuer sie zu bestehen haben und auf wen sie bei ihren Reisen treffen, das entscheidet Anton Weste. Der 32-Jährige ist Autor des Rollenspiels „Das Schwarze Auge“ (DSA), das von der Ulisses Medien & Spiel Distribution GmbH herausgegeben wird. „Schon während des Studiums hatte ich Kontakt zu den Machern von DSA und habe bald selber neue Spielmodule entworfen. Nach meinem Magisterabschluss habe ich mich dann entschieden, weiter als freiberuflicher Gamedesigner zu arbeiten“, erzählt der Germanist und Historiker. Mittlerweile hat er eine ganze Reihe von Verlagskunden, für die er Handy-, Browser-, Computer- und auch Brettspiele entwirft oder weiterentwickelt. Nur wenige Spieleautoren haben eine Festanstellung, die meisten arbeiten als Freiberufler.

Neue Ideen, gute Konzepte

Den größten Teil seiner Arbeitszeit verbringt Anton Weste am Computer: „Ich finde neue Ideen, schreibe Konzepte und reiche diese bei den Verlagen ein. Wenn ein Verlag eine Idee gut findet, wird ein Team zusammengesetzt, das sich an die Umsetzung der Spielidee macht“, erklärt der Gamedesigner einen typischen Projektverlauf. Ein Konzept beschreibt den Spielverlauf, erklärt, welche Herausforderungen die Teilnehmer meistern müssen und welches Ziel das Spiel hat. Bei der Umsetzung arbeitet Weste dann unter anderem mit Grafikern, Produktdesignern und Programmierern zusammen. Gemeinsam überlegen sie zum Beispiel, wie das Spielbrett und die Figuren beziehungsweise die virtuelle Spieleplattform aussehen kann oder was bei der Programmierung möglich ist. „Dazu stehen wir in einem stetigen Dialog.“ Nicht immer ist Weste der Ideengeber der Spiele – manchmal wird er von den Verlagen gebucht, um die Ideen anderer Autoren mit umzusetzen.

Anton Weste ist es bei seinen Spielen wichtig, eine Geschichte zu erzählen und den Figuren Leben einzuhauchen. „Das erfordert viel Kreativität – manchmal auch unter Druck, weil ein Abgabetermin immer näher rückt.“ Da einige seiner Auftraggeber aus dem Ausland kommen, findet ein Teil der Kommunikation auf Englisch statt. Englische Sprachkenntnisse sind also hilfreich, ebenso wie Grundkenntnisse der Programmierung, um zu wissen, was technisch machbar ist. „Und man muss in der Lage sein, Visionen auch mal fallenzulassen, weil sich der Kunde etwas anderes vorstellt als der Autor selbst.“

Viele Quereinsteiger

Im Studium, das Anton Weste an der Universität Hannover absolviert hat, lernte er vor allem strukturiertes und termingerechtes Arbeiten. „Das Studium der Germanistik hat mir geholfen, meine sprachlichen Fähigkeiten zu verbessern, und für Spiele mit mittelalterlichem Hintergrund waren auch Inhalte aus dem Geschichtsstudium sehr hilfreich“, erzählt der gebürtige Münchner. Der Rest ist „learning by doing“, denn eine formale Ausbildung zum Gamedesigner hat Anton Weste nicht absolviert. „Viele sind wie ich Quereinsteiger“, so der Magisterabsolvent. Er hat auf jeden Fall als Spieleautor seinen Traumberuf gefunden: „Ich finde es schön, Produkte zu entwickeln, an denen andere Spaß haben.“

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