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Bühnenmalerin

Liebe zum Theater geweckt

Bei der Suche nach einer Verbindung von Kunst und Handwerk ist Alexandra Hein (38) am Theater fündig geworden. Sie arbeitet als Bühnenmalerin am Saarbrücker Staatstheater.

Alexandra Hein bemalt mit einem langen Pinsel eine auf dem Boden liegende Plane.

Bei der Umsetzung der von den Bühnenbildnern gelieferten Vorlagen muss Alexandra Hein überlegen, wie das Motiv in dieser Größe aus Zuschauersicht wirkt.

Foto: Privat

In der Oberstufe an einem Weinheimer Gymnasium wusste Alexandra Hein noch nicht so recht, welchen Beruf sie ergreifen wollte. „Kunst war meine Leidenschaft und ich hatte das Fach auch als Leistungskurs gewählt“, erzählt sie. Bei einem Besuch des Berufsinformationszentrums (BiZ) der örtlichen Agentur für Arbeit wurde sie schließlich auf die Arbeit des Bühnenmalers aufmerksam. „Ich habe ein Praktikum am Nationaltheater in Mannheim gemacht und dort den Malsaal und andere Abteilungen kennengelernt. Danach hatte es mich gepackt“, erinnert sich die 38-Jährige. Sie hatte das Glück, dass gerade eine Auszubildende gesucht wurde. Jährlich gibt es bundesweit nämlich nur zirka 40 Stellen. Beim Vormalen stach sie die Mitbewerber aus und stieg bereits wenige Monate nach ihrem Abitur am Mannheimer Theater ein. Drei Jahre lang lernte sie malen und zeichnen und übte später auch am sogenannten Prospekt. Das ist die hintere Begrenzung einer Bühnendekoration auf der Theaterbühne und besteht in der Regel aus glattem Textil, das bemalt wird.

Vorlagen umsetzen

„Nach dem Ende der Ausbildung wollte ich gern ein anderes Theater kennen lernen und bin ans Staatstheater nach Saarbrücken gewechselt, wo ich seitdem arbeite“, erzählt Alexandra Hein über ihren weiteren Berufsweg. Das Staatstheater ist ein Drei-Sparten-Haus mit Ballett, Oper und Schauspiel, so dass es immer viel zu tun gibt. Fünf Bühnenmaler sind hier beschäftigt, deren Aufgabe es ist, die Entwürfe der Bühnenbildner in Abstimmnung mit der Regie umzusetzen. Alexandra Hein bekommt von den Bühnenbildnern eine Vorlage im Maßstab 1:25 – meist nicht größer als ein DIN-A4-Blatt – und muss diese Idee auf das 16 mal zehn Meter große Prospekt bringen. „Dabei muss man überlegen, wie das Motiv in dieser Größe aus Zuschauersicht wirkt – ob es zum Beispiel grober oder feiner gemalt werden muss.“ Die Vorgaben sind dabei sehr vielfältig: Mal müssen Landschaften oder Figuren auf die Leinwand gebracht werden, mal Strukturen wie Holz oder Marmor, mal ist eine Fläche einfach nur schwarz oder speziell strukturiert – was auch eine Herausforderung sein kann. „Unsere Kreativität liegt darin, den Entwurf des Bühnenbildners möglichst schnell und effektvoll umzusetzen“, erklärt die Bühnenmalerin. Dabei wird immer im Team gearbeitet, das aus jeweils zwei bis drei Bühnenmalern besteht. Sie haben, je nachdem wie aufwendig das Projekt ist, zwischen zwei und sechs Wochen Zeit, die malerischen Arbeiten eines Bühnenbildes anzufertigen und sich mit dem Bühnenbildner abzustimmen. Zwischendurch bespricht sich Alexandra Hein auch mit den Kollegen aus Schlosserei und Schreinerei, die Unterbauten und Wände anfertigen, und mit der Dekorationsabteilung. Diese näht unter anderem die Prospekte, die dann im Malsaal auf den Boden gespannt und bemalt werden.

Ein Kunsthandwerk

„Die Arbeit eines Bühnenmalers ist hart, es ist eben ein Kunsthandwerk“, gibt Alexandra Hein zu bedenken. „Man arbeitet den ganzen Tag im Stehen, trägt oft schwere Dekorationsteile und muss daher körperlich sehr fit sein.“ Für die Umsetzung eines Bühnenbildes müsse man zudem Geduld mitbringen und auch mal mit Materialien experimentieren. Ihr Lieblingsbühnenbild war bisher eines für die Opern-Aufführung „Tosca“: „Wir mussten für die verschiedenen Szenen unterschiedliche Räume mit den unterschiedlichsten Perspektiven gestalten, alte Gemäuer und eine Kirche. Das hat viel Spaß gemacht.“

Und der Spaß beschränkt sich bei Alexandra Hein inzwischen nicht mehr auf die Kunst. „Ich habe durch den Beruf meine Liebe zum Theater entdeckt“, sagt die 38-Jährige, die inzwischen so viele Aufführungen wie möglich am Staatstheater besucht.

 

 

 

 

 

 

 

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