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Vorstandsassistent

Mehr als die rechte Hand des Chefs

"Mir gefällt mein Beruf, weil ich gefordert werde und gleichzeitig eigene Ideen einbringen kann." Dr. Christian Mandl (31) ist Vorstandsassistent bei der Allianz Lebensversicherungs-AG in Stuttgart. Sein Arbeitgeber ermöglicht ihm mit einem speziellen Vorstandsassistentenprogramm den schnellen Aufstieg ins Management.

Christian Mandl sitzt hinter seinem Schreibtisch. Auf diesem steht ein grauer Flachbildschirm und ein schwarzer Laptop.

Vorstandsassistent Christian Mandl bei der Arbeit.

Foto: Privat

Christian Mandl will Verantwortung übernehmen: „Ich möchte grundsätzlich in einem Unternehmen arbeiten, in dem ich gestalten kann und einen Mehrwert liefere.“ Deshalb hat er sich auch für das Vorstandsassistentenprogramm seines Arbeitgebers entschieden – eine Position nahe am Puls der Macht, die es ermöglicht, Netzwerke aufzubauen und das Unternehmen kennenzulernen. Bereits zwei Jahre lang war der gebürtige Regensburger bei der Allianz als Referent im Lebensversicherungsgeschäft tätig, bevor er Anfang 2011 seine jetzige Position antrat.

Begehrte Position

Die Idee, Vorstandsassistent zu werden, sei aus dem Dialog mit der Personalabteilung entstanden, erinnert sich Christian Mandl. Zudem führte ihn die Überlegung, wie er sein Potenzial am besten für sich und das Unternehmen einbringen könne, schließlich zur Entscheidung, sich um die Position des Vorstandsassistenten zu bewerben. Eine begehrte Position für den Einstig ins gehobene Management (siehe Hintergrund): Auch viele Top-Manager begannen ihre Laufbahn einst als Vorstandsassistent. Bei seiner Bewerbung musste der 31-Jährige einen guten Hochschulabschluss (Diplom oder Master) ebenso wie Englisch-Kenntnisse, Auslandserfahrung, Engagement und analytisches Denkvermögen vorweisen.

In allen geforderten Bereichen konnte Christian Mandl punkten. Zwischen 2001 und 2005 studierte er an der Universität Regensburg Betriebswirtschaftslehre und promovierte anschließend über das Thema „Humankapital und Unternehmensbewertung“. Dabei erarbeitete er sich fundiertes Wissen im Themengebiet Mitarbeiterentwicklung und -führung. „Das war mir wichtig, weil ich später auch Führungskraft werden möchte“, sagt Christian Mandl, der sein Abitur im Jahr 2000 gemacht hat.

Christian Mandls Aufgaben sind vielfältig – in erster Linie können sie in drei Bereiche gegliedert werden: das operative (Tages-)Geschäft, persönliche Weiterentwicklung und Projektarbeiten. „Zu meinen operativen Aufgaben zählen die Vorbereitung von Power-Point-Präsentationen und Veranstaltungen, ich bearbeite Anfragen von Kunden und Vertriebspartnern und bereite Vorlagen und Informationen für den Vorstand auf“, berichtet der Vorstandsassistent. Neben Teamfähigkeit ist in dieser Position eine selbständige Arbeitsweise entscheidend; im Gespräch mit anderen Top-Führungskräften muss der Assistent des Vorstands neben ausgezeichneten kommunikativen Fähigkeiten auch ein souveränes Auftreten mitbringen.

Derzeit befindet sich Christian Mandl in der Anfangsphase des strukturierten Programms für Vorstandsassistenten bei der Allianz. Nach der etwa zwei Jahre dauernden Assistenzzeit wird er voraussichtlich eine Führungsposition im Konzern antreten. Außerdem bietet ihm das Programm zahlreiche Fördermöglichkeiten. Er kann sich beispielsweise bei Netzwerkveranstaltungen mit anderen Vorstandsassistenten, Führungskräften oder Ehemaligen austauschen. Außerdem kann er an Seminaren zu Themen wie „Führen in Veränderungsprozessen“ teilnehmen. Insgesamt ist das Vorstandsassistentenprogramm auf sechs bis acht Jahre angelegt. „An dem Programm schätze ich besonders, dass es transparent ist und mir eine Entwicklungsperspektive aufzeigt.“ 

Kein typischer Tagesablauf

Die Auswahl von Fortbildungen, aber auch von Hospitationen in anderen Abteilungen trifft er individuell und in Absprache mit seinem Vorgesetzten, dem Vorstand für Firmenkunden und Maklervertrieb der Allianz Lebensversicherungs-AG, der zugleich sein Mentor ist. „So kann ich mein fachliches Wissen bei Themen vertiefen, die mir Spaß machen oder die später für mich wichtig sein können“, erläutert er.

Die dritte Säule seiner Tätigkeiten – die Projektarbeit – ermöglicht Christian Mandl, in Zusammenarbeit mit Kollegen sein fachliches Know-how zu vertiefen. Hier könne er sich – beispielsweise bei der Entwicklung von Kommunikationsstrategien oder bei der Umsetzung aktueller gesetzlicher Neuerungen –  beweisen.

Einen typischen Tagesablauf kennt er dagegen kaum: „Jeder Tag ist anders und gerade das finde ich spannend.“ Als rechte Hand des Vorstands hat das Tagesgeschäft natürlich Priorität. Von seinem Vorgesetzten erhält er regelmäßiges Feedback zu seinen Leistungen, aber auch zu seiner persönlichen beruflichen Zukunft. „Das empfinde ich als sehr wertvoll“, sagt der Vorstandsassistent. In seiner vorherigen Position sei er Spezialist auf einem Gebiet gewesen, jetzt habe er einen viel besseren Überblick über den ganzen Konzern gewonnen. Das werde ihm später sicher helfen, ist Christian Mandl überzeugt.

„Fast das Wichtigste ist soziale Kompetenz“, meint der junge Angestellte, „also wie ich mit unterschiedlichen Charakteren und Hierarchien umgehe.“ Als entscheidend für seine Tätigkeit erachtet er ebenso eine schnelle Auffassungsgabe, Neugierde, Kundenorientierung sowie den Willen zur Verantwortungsübernahme. Führungspositionen seien keine 9-to-5-Jobs. Überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft werde erwartet, doch Christian Mandl hat Spaß daran: „Ich freue mich, wenn ich viel leisten kann. Das geht eben nicht immer in 40 Stunden.“

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