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Energie-Contractor

Akteur im modernen Energiegeschäft

Fabian Seifert arbeitet als Contractor bei einem Energiedienstleistungsunternehmen. Der 28-Jährige schließt Verträge mit Betrieben ab, die ihren Energieverbrauch optimieren wollen. Er erarbeitet individuelle Konzepte, erstellt Finanzierungspläne und ist verantwortlich für die bereitgestellten Anlagen zur Energieerzeugung.

Auf dem Foto ist eine Überlandleitung aus der Froschperspektive zu sehen.

Ein Energie-Contractor trifft Vereinbarungen über die Versorgung von öffentlichen Einrichtungen, Krankenhäusern, Industriebetrieben oder Wohngebäuden mit Energie durch sein Unternehmen.

Foto: Neuner

Wenn Fabian Seifert erwähnt, dass er als Energieliefer-Contractor tätig ist, wissen viele zunächst nichts mit dem Begriff anzufangen. Um seine komplexe Tätigkeit für das Energiedienstleistungsunternehmen, die GETEC AG in Berlin, zu veranschaulichen, greift er gerne auf ein Zitat von James Watt, dem legendären Erfinder der Dampfmaschine, zurück: „Wir werden Ihnen kostenlos eine Dampfmaschine überlassen, die wir installieren und dafür den Kundendienst übernehmen. Wir garantieren, dass die Kohle für die Maschine weniger kostet, als Sie gegenwärtig an Futter für Pferde aufwenden müssen, die die gleiche Arbeit tun.“ Und das Zitat geht weiter: „Alles, was wir von Ihnen verlangen, ist, dass Sie uns ein Drittel des Geldes geben, das Sie sparen.“

Wärme für Krankenhäuser

Im modernen Energiegeschäft bedeutet das, dass Fabian Seifert Energieanlagen, zum Beispiel ein Blockheizkraftwerk, für Kunden wie etwa Krankenhäuser plant und bauen lässt. Anschließend installiert die GETEC die Anlage dort, wo die Energie benötigt wird und kümmert sich um den Betrieb sowie die Wartung. Die erzeugte Energie, zum Beispiel Strom, wird gegen ein Entgelt direkt in die angeschlossenen Gebäude geliefert. Alternativ übernimmt die GETEC eine bereits bestehende Anlage vor Ort und sichert deren reibungslose Funktion. Auch hier bleibt die Energie gegen Gebühr beim Kunden. Für den jeweiligen Vertrag kalkuliert Fabian Seifert die Energiebezugskosten, die Instandhaltungskosten, Betriebskosten und Versicherungsbeiträge.

Die Aufgaben des Contractors sind sehr vielseitig und erfordern auch Reisebereitschaft. „Die Hälfte der Woche bin ich in ganz Deutschland unterwegs, um Neukunden Angebote zu unterbreiten“, sagt Fabian Seifert. Vor Ort schaue er sich dann die Energieversorgungssysteme von Einkaufszentren, Krankenhäusern oder Bahnhöfen an. Er müsse dann vorhandene Energie-Probleme schnell analysieren, den Kunden in ersten Gesprächen Problemlösungen anbieten und die passenden Verträge unterbreiten können. Viele der neuen Vereinbarungen kommen dabei über persönliche Weiterempfehlungen, häufig aber auch durch öffentliche Ausschreibungen zustande. Dem Contractor wird dabei ein umfassendes Allround-Wissen abverlangt. Er muss in den Bereichen Technik, Wirtschaft, Recht und natürlich Energie fit und „up to date“ sein. Hilfreich sind außerdem gute Kommunikationsfähigkeiten sowie verkaufspsychologische Kenntnisse.

In Bewegung

Dass er im Bereich der Energieversorgung arbeiten wollte, wusste Fabian Seifert schon zu Beginn seines Diplomstudiums Maschinenbau, das er 2004 nach seinem Abitur an der Fachhochschule Flensburg aufnahm. „Preise gehen rauf und runter, es entwickeln sich ständig alternative und neue Möglichkeiten. Energie ist in Bewegung und bleibt immer ein Thema“, sagt der Contractor.

Seine Diplomarbeit über energieeffiziente Kälteversorgung schrieb der Maschinenbauingenieur bei einer Berliner Unternehmensberatung in der Kunststoff verarbeitenden Industrie. Dort war er schon während des Studiums als Praktikant beschäftigt. Nach einer ersten Tätigkeit als Planungsingenieur bei einem Berliner Bauunternehmen begann er 2009 den Job als Contractor bei der GETEC AG. „Das war eine Initiativbewerbung, ich kannte das Unternehmen schon von Fachmessen, die ich besucht habe“, sagt Fabian Seifert. Er habe insgesamt nur sieben Bewerbungen geschrieben und sich dann eine aus vier Stellen aussuchen können. „Maschinenbauingenieure sind gefragt, sie sind ganz vielseitig einsetzbar. Im Studium wurden meine analytischen und autodidaktischen Fähigkeiten geschult, die ich auch heute bei meinem Job dringend brauche“, sagt er. Neben seiner Hochschulausbildung hat Fabian Seifert außerdem noch einige Zusatzkurse belegt, beispielsweise um seine rechtlichen Kenntnisse zu erweitern.

Networking und Kommunikation

Organisatorische Aufgaben kann Fabian Seifert von seinem Berliner Büro aus koordinieren, er führt viele Telefonate und ist in ständigem Mail-Kontakt mit Kunden und Partnerfirmen. „Ich bin sozusagen der Mittelpunkt, an dem alle Fäden zusammenlaufen“, sagt der Ingenieur, für den Networking eine besonders wichtige Angelegenheit ist; Kommunikationsfähigkeit sei unabdingbar: „Man muss überall präsent sein, auf Fachmessen, Geschäftsessen, Firmenjubiläen, Beziehungen aufrechterhalten, neue knüpfen.“

Fabian Seifert möchte auch in Zukunft weiter im Contracting-Bereich tätig sein. Er weiß, dass es in seinem Metier „sehr viele Aufstiegsmöglichkeiten“ gibt und möchte nach Möglichkeit noch mehr Verantwortung übernehmen können.

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