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Controller im Schadencontrolling

Im Backoffice der Versicherung

Kennzahlen interpretieren und Berichte schreiben: Controller Marco Vicenty (27) arbeitet in der Abteilung "Schaden Kraftfahrt" der Versicherungsgruppe HUK-COBURG im oberfränkischen Coburg.

Ein Foto von Marco Vicenty in seinem Büro bei der HUK-COBURG. Er sitzt an seinem Schreibtisch, hält einen Stift in der rechten Hand und schreibt etwas auf ein Blatt Papier. Er trägt ein blaues Hemd, hat kurze braune Haare. Rechts neben ihm steht der PC-Monitor. Im Hintergrund sind Pflanzen und ein Bild an der Wand zu sehen.

Controller haben mit Kennzahlen zu tun, prüfen, ob Vorgaben von den einzelnen Abteilungen eingehalten werden und erstatten Bericht an Vorgesetzte.

Foto: Privat

Seine rechte Hand bewegt die Maus, der Blick ist auf den Monitor gerichtet. Hinter den Zahlenreihen, durch die Marco Vicenty scrollt, verbergen sich komplexe Sachverhalte: Die Kennzahlen geben beispielsweise Aufschluss über die Zufriedenheit der Kunden mit der Abwicklung der Schadenregulierung. „Wir schicken den Kunden einen Fragebogen zu, in dem sie Auskunft darüber geben können, wie sie die Reparaturqualität in den Werkstätten bewerten“, erklärt der Controller. Andere Kennzahlen geben zum Beispiel Aufschluss über die telefonische Erreichbarkeit der Schadensachbearbeitung. „Da der Kunde im Mittelpunkt der Überlegungen steht, soll diese natürlich möglichst hoch sein.“ Geht die Erreichbarkeit etwa zurück, prüft er, woran es gelegen hat und leitet daraus gegebenenfalls Handlungsbedarf ab. Auch die Ausgabenentwicklung hat er im Blick: Er sieht, welche Anzahl an Schadensfällen den Aufwendungen für die Reparaturen gegenübersteht. Seine Ergebnisse fasst der 27-Jährige in Berichten zusammen, die er seinem Abteilungsleiter oder auch dem Vorstand vorlegt. „Das Berichtwesen gehört zu den Kernaufgaben meiner Tätigkeit“, sagt er.

Marco Vicenty arbeitet gemeinsam mit anderen Controllern in der Abteilung „Schaden Kraftfahrt“ am Hauptsitz der Versicherungsgruppe in Coburg. Zum Konzern gehören insgesamt fünf Schaden- und Unfallversicherer, zwei Lebensversicherer, zwei Krankenversicherer, eine Bausparkasse und eine Servicegesellschaft. Insgesamt sind rund 8.500 Mitarbeiter in der deutschlandweit tätigen Unternehmensgruppe aktiv. Neben Controllern sind in seiner Abteilung auch Juristen oder Kaufleute für Versicherungen und Finanzen tätig.

Umgang mit „Data Warehouse“

Schreibtisch- und PC-Arbeit prägen den Alltag von Marco Vicenty, dabei muss der Zahlenexperte auch mit anderen Unternehmensbereichen kommunizieren. „Wir stehen zum Beispiel in engem Kontakt mit den Führungsverantwortlichen aus der Schadensachbearbeitung“, sagt er. „Auch mit der Produktentwicklung oder der IT, die die Daten für das Controlling beschafft und bei der wir auch Daten anfordern, die so noch nicht vorliegen.“

Das Foto zeigt Marco Vicenty an seinem Schreibtisch bei der HUK-COBURG. Er trägt ein blaues Hemd, hat kurze brauen Haare und lächelt. In der rechten Hand hält er einen Stift und schreibt etwas auf ein Blatt Papier.

Marco Vicenty

Foto: Privat

Oft verlässt Marco Vicenty seinen Schreibtisch aber auch: Etwa, wenn er Dienstreisen zu Außenstellen der HUK-COBURG unternimmt, um die dortigen Führungskräfte anhand seiner Berichte auf den neuesten Stand zu bringen. Aufgrund der dezentralen Struktur ist die Schadensachbearbeitung deutschlandweit in Gebiete aufgeteilt. Er erklärt dann vor Ort, wie die Kennzahlen zu interpretieren sind, fragt aber auch nach, ob vielleicht noch zusätzliche Kennzahlen benötigt werden, die erhoben werden müssen. Damit die Außenstellenleiter auch selbst auf die Geschäftszahlen zugreifen und sie für eigene Berichte verwenden können, schult Marco Vicenty sie im Umgang mit dem „Data Warehouse“ – so lautet der Fachbegriff für zentrale Datensammlung eines Unternehmens.

Der Controller weiß: „Für diesen Beruf muss man eine große Affinität zu Zahlen und Rechenaufgaben in jeder Hinsicht mitbringen. Um die Werte schnell und effektiv verarbeiten zu können, sind auch fundierte Kenntnisse der gängigen Software wie Excel wichtig“, sagt er. „Wer beispielsweise über weitere IT-Kenntnisse verfügt, hat es leichter. Denn wir kommunizieren zum Beispiel auch mit den Programmierern, die das ‚Data Warehouse’ entwickeln.“

Doppelt qualifiziert

Sein Know-how erwarb Marco Vicenty während seines dualen Studiums: Bis April 2008 hatte er sieben Semester lang Versicherungswirtschaft an der Hochschule Coburg studiert und parallel eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann (heute: Kaufmann für Versicherungen und Finanzen) gemacht, die er im Juli 2007 abschloss. „Eigentlich hatte ich nach dem Abitur allgemeine Betriebswirtschaftslehre studieren wollen. Dann erfuhr ich, dass die HUK-COBURG dieses duale Studium anbietet. Das war die deutlich attraktivere Variante, denn so konnte ich mich gleich doppelt qualifizieren.“ Eine Erleichterung sei es auch gewesen, zugleich Geld zu verdienen. Er ist sicher: „Meine versicherungsspezifische Ausbildung und das begleitende Studium haben mir den Einstieg sehr erleichtert. So kann ich mich besser in die Geschäftsabläufe hineindenken.“ Auf sein nächstes Ziel steuert der Controller bereits zu: Den Masterabschluss in Versicherungsmanagement. Jeden Freitag und Samstag widmet er sich derzeit dem berufsbegleitenden Studium, ebenfalls an der Hochschule Coburg.

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