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Rettungsingenieurin

Gut geplant ist halb gewonnen

Seit drei Jahren arbeitet Christine Lucka bei der DRK Ambulanzdienst Hamburg GmbH — und ist bereits stellvertretende Geschäftsführerin. Manchmal kann die 27-jährige Rettungsingenieurin selbst kaum glauben, wie weit sie es in so kurzer Zeit gebracht hat. Dabei ist Arbeitsroutine für sie ein Fremdwort.

Auf dem Foto ist Christine Lucka hinter einem Schreibtisch zu sehen. Sie hält gerade einen Telefonhörer ans Ohr und lächelt in die Kamera.

Rettungsingenieurin Christine Lucka mag an ihrem Job besonders "den Umgang mit Menschen, die Arbeit im Team".

Foto: Heggen

Wie sich Christine Luckas Arbeitstag entwickelt, hängt oft von einem einzigen Gerät ab: dem Telefon. „Wenn ich morgens um 6 Uhr ins Büro komme, meldet sich meistens schon der erste Mitarbeiter krank.“ Bei 140 Mitarbeitern ist das eine durchaus typische Situation. Da die Rettungsingenieurin für die Organisation der Dienstpläne zuständig ist, zieht diese Nachricht jede Menge Telefonate nach sich. Manchmal hat die 27-Jährige Glück und ein Kollege kann für den erkrankten Rettungssanitäter einspringen. Steht niemand zur Verfügung, muss die Schicht ausfallen. Christine Lucka informiert dann die Leitstelle, die veranlasst, dass eine andere Hilfsorganisation die geplanten Krankenbeförderungen zu Arztpraxen oder Einweisungen in ein Krankenhaus übernimmt. „Für uns ist das natürlich schlecht. Wenn unsere Krankentransportwagen nicht fahren, erzielen wir auch keine Einnahmen“, sagt die Rettungsingenieurin.

Organisation ist das A und O

Organisationstalent ist eine der wichtigsten Eigenschaften, die die stellvertretende DRK-Geschäftsführerin braucht - und die Christine Lucka schon früh unter Beweis stellen musste.

Im November 2007 wurde sie zunächst als Qualitätsmanagementbeauftragte beim DRK eingestellt. Ihre Aufgabe war es, eine internationale DIN-Norm bei der gemeinnützigen GmbH umzusetzen. Die Norm schreibt vor, wie Arbeitsprozesse in einem Betrieb ablaufen müssen. „Wir haben festgelegt, wie die Krankenbeförderung abzulaufen hat, wann die Fahrzeuge mit welchen Mitteln desinfiziert werden müssen“, erklärt Christine Lucka, die sich bereits während ihres Bachelorstudiums Rettungsingenieurwesen an der Fachhochschule Köln mit Qualitätsmanagement beschäftigte.

Inzwischen hat ihr Engagement Früchte getragen. Ein Handbuch ist entstanden, aus dem jeder Mitarbeiter die Vorgaben entnehmen kann. Christine Lucka hat mehr als 30 Formulare angefertigt, mithilfe derer die Mitarbeiter ihre Arbeit dokumentieren. Das DRK hat daraufhin die Zertifizierung erhalten und sichert sich dadurch einen Marktvorsprung. „Wir werden von den Krankenkassen bezahlt. Für die ist eine Zertifizierung ein Qualitätskriterium und der Grund dafür, unsere Dienstleistungen höher zu bezahlen als die nicht-zertifizierter Einrichtungen“, so Christine Lucka.

Das Qualitätsmanagement war nur kurz Christine Luckas einziger Aufgabenbereich beim DRK. Sie war erst wenige Monate im Job, als ein Kollege in Rente ging. Sein Arbeitsbereich wurde ihr übertragen: die Organisation der Dienst- und Urlaubspläne. Seitdem ist sie dafür verantwortlich, die Schichten der 140 Mitarbeiter des Ambulanzdienstes einzuteilen. Außerdem koordiniert sie die DRK-Sanitätsdienste bei Großveranstaltungen in Hamburg mit. Ein verantwortungsvoller Job. Normalerweise endet Christine Luckas Arbeitstag um 14.30 Uhr. Anfangs saß sie oft bis 18 Uhr im Büro. „Es gab sonst kaum jemanden, der diese Arbeit hätte machen können“, erklärt sie. Im August 2010 dann die Überraschung: Christine Lucka wurde stellvertretende Geschäftsführerin des DRK-Ambulanzdienstes in Hamburg. „Manchmal wundere ich mich selbst darüber, wie schnell das ging. Aber wenn man vor solchen Herausforderungen steht, packt man sie eben an.“

Ziel: Personalentwicklung

Was sie an ihrem Job besonders mag? „Den Umgang mit Menschen, die Arbeit im Team“, sagt die junge Frau prompt. Doch obwohl ihr Job sie ausfüllt, möchte Christine Lucka sich auf ihrem Posten nicht ausruhen. Sie hat schon die nächste Herausforderung im Blick: Ab dem Frühjahr möchte sie sich weiter fortbilden und im Abendstudium ihren Master in Management (Human Resources) machen. „In meinem Studium zur Rettungsingenieurin habe ich Grundlagen des Personalwesens gelernt, von denen ich beim DRK profitiere. Aber ich möchte in diesem Bereich weiter wachsen, mehr über Personalentwicklung und Mitarbeiterführung erfahren. In diesem Bereich sehe ich meine Zukunft.“

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