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Papiertechnikingenieur

Seltener Studiengang

Bereits in der Schule gefielen Michael Barth (33) vor allem die naturwissenschaftlichen Fächer. Heute sorgt er als Papiertechnikingenieur bei dem Hersteller von Papier- und Verpackungsmitteln sowie Holzprodukten Stora Enso am Standort Karlsruhe-Maxau in leitender Position dafür, dass Papier die richtige Zusammensetzung hat und die Produktion reibungslos abläuft.

Ein Haufen Verpackungspappe.

Papiertechnikingenieure arbeiten als Prozessingenieure oder Produktionsleiter und sorgen dafür, dass Papier oder Pappe die richtige Zusammensetztung hat.

Foto: WillmyCC

„Am Ende das Papier in den Händen zu halten, ist für mich immer noch etwas Besonderes“, sagt Michael Barth. Die Hingabe an dieses Produkt ist ihm seit Abschluss seines Diplomstudiums der Verfahrenstechnik Fachrichtung Papiertechnik an der Technischen Universität Dresden jedenfalls nicht abhanden gekommen. Nach Studienabschluss im Jahr 2004 hat der Papiertechnikingenieur beim international tätigen, finnisch-schwedischen Konzern Stora Enso angefangen. Zuerst als Prozessingenieur und Produktionsleiter im Werk Uetersen in Schleswig-Holstein. 2009 wechselte er ins Werk Maxau bei Karlsruhe, wo er heute Leiter der Produktion ist.

Foto von Michael Barth.

Michael Barth

Foto: Privat

Als Mitglied im Managementteam ist Michael Barth für 300 Mitarbeiter verantwortlich und unter anderem mit der strategischen Ausrichtung der Produktionsstätte beschäftigt. „In Absprache mit meinen Kollegen aus dem Vertrieb diskutieren wir im Management, welche Papiersorten zukünftig besonders gute Absatzchancen haben und richten unsere Investitionen daraufhin aus“, erklärt Michael Barth. In Maxau wird etwa hochwertiges Magazinpapier hergestellt. Mit den alltäglichen Aufgaben der Produktion, wie etwa dem Beheben von Qualitätsproblemen oder dem Optimieren der Prozesskreisläufe, hat er hier weniger zu tun als noch in Uetersen. In seiner heutigen Position sind mehr sein kommunikatives Geschick sowie das Delegieren von Aufgaben gefragt.

Aufgabenvielfalt

Papiertechnikingenieure legen die Zusammensetzung einer gewünschten Papiersorte fest, überwachen die Qualität und sind Experten, wenn es um die Planung und den Aufbau von Produktionsanlagen geht. Zu ihren Hauptaufgaben gehört es, den Produktionsprozess ständig zu verbessern. Die Anlagen zur Papierherstellung laufen in der Regel im Dauerbetrieb. „Jede Minute Ausfallzeit einer Papiermaschine kostet Geld. Damit entsteht natürlich ein gewisser Druck auf die Produktionsverantwortlichen“, erklärt Michael Barth. Wer wie er eine Produktion leitet, ist etwa mit der Auswahl der Faserstoffe – Holzstoff, Zellstoff oder Altpapier – oder deren Herstellung betraut, mit der Überwachung ihrer Verarbeitung sowie der Produktion und Veredelung von Papier, Karton und Pappe. Für diejenigen unter den Papiertechnikingenieuren, die dem Druck der Produktion entgehen möchten, stehe noch der Weg in die Forschung an Hochschulen oder in den Entwicklungsabteilungen der Unternehmen offen, sagt Michael Barth.

Bei dem 33-Jährigen ist es genau die Vielfalt an Aufgaben, die ihm an seinem Beruf besonders gefällt. „Der Produktionsprozess, den man als Papiertechnikingenieur begleitet, ist sehr umfangreich und beinhaltet viele verschiedene Techniken.“ Schon sein Vater hatte Papieringenieurwesen studiert. Ausschlaggebend war dies für seine Berufswahl jedoch nicht: Nach seinem Abitur hatte er sich mit ein paar Papieringenieurstudierenden über das Studium ausgetauscht – daraufhin stand für ihn fest, dass er dieses Fach ebenfalls studieren möchte. 1998 schrieb er sich dann an der TU Dresden ein.

Der Berufseinstieg nach abgeschlossenem Studium fiel Michael Barth nicht schwer. „Die Stellen sind vorhanden und Papieringenieure werden gesucht“, sagt er. Fünf Bewerbungen, vier Zusagen lautete seine positive Bilanz bei der Jobsuche. „Und das sieht heute noch genauso aus“, weiß Michael Barth, der in seiner jetzigen Arbeitsstelle selbst nach Ingenieuren Ausschau hält.

Der Studiengang sei relativ unbekannt und wird auch nur an wenigen Hochschulen angeboten. Deshalb fördern viele Unternehmen die Studierenden mit Stipendien oder werben für sich bei Vorträgen und Veranstaltungen. „In der Branche werden jedes Jahr bis zu 40 neue Papieringenieure gesucht“, erklärt Michael Barth, „in meinem Studienjahrgang in Dresden waren wir aber gerade einmal fünf.“

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