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Master of Education

Hohe Verantwortung

Kurz vor dem Ziel: René Winkelmann aus Oldenburg ist seit Januar 2010 als Referendar an der Waldschule Hatten, einer Haupt- und Realschule, tätig. Der 29-Jährige unterrichtet die Fächer Technik und Wirtschaft, die er an der Universität Oldenburg im Bachelor- und Masterstudiengang studiert hat.

René Winkelmann zeigt auf eine Tafel.

René Winkelmann unterrichtet als Referendar Technik und Wirtschaft an einer Haupt- und Realschule.

Foto: Privat

In einem Wahlpflichtkurs des Fachs Technik vermittelt René Winkelmann zurzeit einer neunten Klasse, wie man eine elektromechanische und eine elektronische Steuerung für eine Bedarfsampel entwickelt. „Bisher haben die Schüler zwei Leuchtdioden-Schaltungen gelötet und die Steuerung der Leuchtdioden mit einer einfachen Konservendose und Isolierband realisiert“, erklärt der Referendar. „Als nächstes werden sie die Ampelsteuerung mittels PC und einer speicherprogrammierbaren Steuerung umsetzen.“

Berufsorientierung im Fokus

In seinem zweiten Unterrichtsfach Wirtschaft steht derzeit „ökonomisches und soziales Handeln in Unternehmen“ sowie das Thema Berufsorientierung auf dem Lehrplan. In beiden Fächern unterstützt und berät ihn jeweils ein Mentor. Sechs Stunden unterrichtet er eigenverantwortlich, zwei Stunden unter Aufsicht eines seiner Mentoren. „Hinzu kommen Hospitationsstunden, in denen ich in verschiedenen Klassen sitze und ausgebildete Lehrkräfte beobachte“, ergänzt er. Die Vor- und Nachbereitung der Unterrichtsstunden findet zu Hause nach dem Unterricht und an den Wochenenden statt. „Ich mache mich vor allem mit den Kerncurricula, das heißt den vorgegebenen Lehrinhalten, und den schulinternen Stoffverteilungsplänen vertraut“, erläutert er. „Außerdem recherchiere ich Materialien, die ich im Unterricht verwenden kann. In Wirtschaft finde ich häufig in Schul- und Fachbüchern Ideen für etwa Arbeitsblätter und Tafelbilder.“ Im Fach Technik kümmert er sich auch um die Beschaffung und Vorbereitung des praktischen Unterrichtsmaterials. Das kann schon mal bedeuten, dass er auch Nachmittage in der Schule verbringt und am Wochenende ebenfalls arbeitet.

„Die größte Herausforderung beim Wechsel vom Studium in die Berufspraxis war für mich die hohe Verantwortung für das tägliche eigene Handeln im Unterricht“, stellt er fest. Wenn er vor der Klasse steht, weiß er auch bei optimaler Vorbereitung nie hundertprozentig, wie eine Stunde verlaufen wird. „Die unvorhersehbaren Faktoren wie die Stimmung in der Klasse, die Laune eines Schülers oder das allgemeine Interesse sind typische Auslöser für Nervosität.“ Beruhigend ist für ihn die Erkenntnis, dass es anderen Lehrern genauso geht und dass es darauf ankommt, authentisch aufzutreten. Die bisherige Erfahrung hat ihm auch gezeigt, dass er durch gute Planung und ansprechendes Material die Aufmerksamkeit der Schüler zum Teil durchaus selbst steuern kann.

Kontinuierliches Feedback

Was er an seinem Beruf besonders schätzt, ist das kontinuierliche Feedback von den Schülern. „Damit meine ich keine ausführlichen Feedbackbögen, sondern Dinge wie die Arbeitshaltung, die Mimik, manchmal auch ein persönlicher Kommentar. Das kann hart sein, aber auch sehr ermutigend.“ Besonders zufrieden ist er, wenn eine Stunde wie geplant abläuft, die Unterrichtszeit effektiv genutzt wird und ein positives Unterrichtsklima und Lehrer-Schüler-Verhältnis herrscht. Manchmal ermuntern ihn auch kleine Erfolgserlebnisse: Wenn beispielsweise ein Schüler nach langem Anlauf etwas geschafft hat und sich darüber freut. Den regen Austausch mit seinen Kollegen möchte er nicht mehr missen. „Viele Gedanken oder Probleme kann ich unmittelbar nach einer Unterrichtsstunde im Lehrerzimmer besprechen und entsprechende Maßnahmen ergreifen.“

Wer gerne mit Menschen konstruktiv und intensiv zusammenarbeitet und sich selbstständig gut organisieren kann, bringe bereits wichtige Voraussetzungen für den Lehrerberuf mit. „Man sollte sich vor allem persönlich mit den Unterrichtsfächern identifizieren und hundertprozentig hinter der Materie stehen. Andernfalls kann man die Inhalte kaum einem Dritten überzeugend weitergeben.“

Gewachsene Entscheidung

Als René Winkelmann sein Bachelorstudium begann, stand sein Berufsziel noch nicht fest. Erst in den ersten Semestern festigte sich seine Entscheidung, das Lehramtsstudium mit dem Abschluss „Master of Education“ abzuschließen. Seine Abschlussarbeit schrieb er über das Thema „Leistungsbewertung im Technikunterricht“’. Sein nächstes Ziel? „Das Referendariat erfolgreich zu absolvieren.“ Wenn alles gut läuft, wird er voraussichtlich nach den Osterferien 2011 die zweite Staatsprüfung ablegen, die aus den Teilen Hausarbeit, Prüfungsunterricht in beiden Fächern sowie einer mündlichen Prüfung besteht.

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