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Soziologin

Den Verkaufstrends auf der Spur

Bücher sind Stefanie Kühs` Geschäft. Doch weder schreibt sie noch verkauft sie die Druckwerke. Die 28-Jährige arbeitet bei der media control GFK International GmbH, einem Anbieter umfassender Marktinformationen im Entertainment-Bereich. Qualifiziert hat sie sich für diesen Beruf über ein Soziologie-Studium.

Auf dem Foto ist Stefanie Küh an ihrem Arbeitsplatz zu sehen.

Stefanie Küh an ihrem Arbeitsplatz: Seit 2010 arbeitet sie im Bereich Marktforschung.

Foto: Privat

Bei der Berufswahl gab sich Stefanie Kühs nicht nur mit ausgeschriebenen Stellen zufrieden: „Ich habe mich initiativ beworben“, erinnert sie sich an die Bewerbungsphase bei unterschiedlichen Unternehmen und Instituten, die sie bundesweit ausdehnte. Anfang 2010, wenige Monate, nachdem sie ihren Magister in Soziologie an der Carl-von-Ossietzky-Universität in Oldenburg beendet hatte, klappte es: Sie fand einen Job in der Abteilung Marktforschung Buch bei media control in Baden-Baden; und war sehr erleichtert: Mitten in der Finanz- und Wirtschaftskrise hatte sie nämlich damit gerechnet, dass ihre Jobsuche mehrere Monate dauern könnte.

Umsatzdaten auswerten

Ihr Arbeitgeber bietet Verlagen und anderen Handelsunternehmen unterschiedliche Serviceleistungen in der Analyse des Buchmarktes an. Aus über 1.400 Outlets erhalten Stefanie Kühs und ihre Kollegen Daten aus der Branche. Media control erstellt daraus „Charts“, die zeigen, wie gut oder schlecht sich ein Buch verkauft hat – sei es ein Roman, ein Hörbuch oder ein Krimi. Welche Informationen sie aus den verschiedenen Genres bekommen wollen, können die Kunden aus Verlag oder Handel frei wählen. Die repräsentativ ermittelten Daten bieten den Abonnenten dann die Möglichkeit, ihre Marketingtätigkeiten entsprechend auszurichten – oder einfach ihre Verkaufsstatistik zu prüfen. Zu Stefanie Kühs` täglichen Aufgaben zählt deshalb das Einspeisen von per FTP übertragenen Titelstammdaten in eine Datenbank sowie deren Qualitätskontrolle. „Dadurch können unsere Kunden unter anderem auch Umsatzzahlen auswerten“, erklärt die junge Marktforscherin.

In ihrem Job warteten aber noch weitere spannende Aufgaben auf die Berufseinsteigerin: Sie entwickelte und konzipierte gemeinsam mit ihren Kollegen eine neue Internetplattform für den Handel mit eBooks. Händler können darüber einen eBook-Download-Shop in ihre eigene Verkaufsseite einbinden und beispielsweise auch Abrechnungen abwickeln. Damit will sich ihr Arbeitgeber rüsten, falls die digitalen Bücher eines Tages eine ähnliche Bedeutung bekämen wie heute mp3-Dateien für den Musikmarkt: „Das ist ein spannender Wachstumsmarkt, aber noch liegt der Schwerpunkt unserer Buchmarktforschung bei konventionell gedruckten Büchern“, erklärt Stefanie Kühs.

Keine zweite Wahl

„Eigentlich wollte ich nach dem Abitur ja Psychologie studieren“, räumt Stefanie Kühs ein. Gescheitert ist ihr Plan am hohen Numerus Clausus. „Die Wartesemester abzusitzen war keine wirkliche Alternative.“ Stattdessen entschied sie sich für die Soziologie. Als zweite Wahl will sie ihr Studium aber keinesfalls verstanden wissen. „Studieninhalte wie die empirische Sozialforschung fand ich sehr interessant“, erklärt die gebürtige Paderbornerin. Die empirische Arbeitsweise hätte sie auf ihren Beruf in der Marktforschung vorbereitet: Aus einem Panel – einer repräsentativen Stichprobe – wird auf das große Ganze, also die Gesellschaft beziehungsweise den Markt bestimmter Güter oder Dienstleistungen, hochgerechnet.

Während des Studiums ging Stefanie Kühs – um ihre Jobaussichten danach zu verbessern – noch für zwei Semester in die Vereinigten Staaten. „Fließendes Englisch wird in meinem Beruf erwartet.“ Für die damalige Studentin kein großes Problem, zählten Sprachen doch schon während der Schulzeit zu ihren Lieblingsfächern.

Kein reiner Schreibtischjob

Ein reiner Schreibtischjob ist Stefanie Kühs` Arbeit aber keineswegs. Hin und wieder besucht sie Kunden vor Ort und schult dort die Mitarbeiter im Umgang mit der Handelsplattform. Auch auf den großen Buchmessen in Leipzig und Frankfurt sind sie und ihre Kollegen von media control mit einem eigenen Stand vertreten. Das Team ist ähnlich jung wie sie selbst. Das gefällt Stefanie Kühs: „Es herrscht ein gutes Miteinander hier.“ Für die Zukunft wünscht sie sich, ihren Arbeitgeber auch verstärkt international vertreten zu können. Das macht sie bislang in Vertretung einer Kollegin. Aber noch steht sie ja am Anfang ihrer Karriere.

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