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Fachlehrer für musisch-technische Fächer

Mit Spaß und Lebensfreude unterrichten

Jede Woche unterrichtet der Referendar Christian Prauschke (24) seine Schüler an der Nürnberger Ludwig-Uhland-Hauptschule in den Fächern Musik und Wirtschaft. Der Fachlehrer ist nicht über ein klassisches Lehramtsstudium zu seinem Beruf gekommen, sondern hat eine Aus- und Weiterbildung absolviert.

Auf dem Foto ist ein Notenblatt in Großaufnahme zu sehen.

Nicht nur ein Weg führt zum Ziel Musiklehrer: Neben dem klassischen Lehramtsstudium gibt es die Möglichkeit, Fachlehrer an allgemeinbildenden Schulen zu werden, so wie Christian Prauschke.

Foto: WillmyCC

Das Herz von Christian Prauschke schlägt für die Musik – und seinen Lehrerberuf: „Ich wollte unbedingt Musiklehrer werden, weil ich Musik liebe und es auch als schönen Ausgleich für Kinder und Jugendliche empfinde.“ Im Referendariat unterrichtet der 24-Jährige eine fünfte, eine sechste und eine siebte Klasse in Musik sowie zwei andere Klassen in seinem Zweitfach Wirtschaft an der Ludwig-Uhland-Hauptschule in Nürnberg. Zusätzlich betreut er die Schulband – und hat gleich noch eine Gitarren-AG ins Leben gerufen. Abgesehen davon hospitiert er bei anderen Lehrern, das heißt, er beobachtet, wie sie ihren Unterricht gestalten und holt sich Tipps und Anregungen. „Um den Unterricht, den ich halte, kümmere ich mich allerdings eigenständig“, sagt er.

Den Schülern will er vor allem die Freude am Musizieren beibringen. Auf dem Lehrplan stehen Singen, Musicals und Musikfilme, Bach und Beethoven und Grundkenntnisse in der Musiktheorie. Da Christian Prauschke den Unterricht spannend gestalten will, hat er mit seinen Schülern zum Beispiel einen eigenen Song geschrieben – und daran analysiert, wie Lieder aufgebaut sind. „Ein anderes Thema im Lehrplan ist Reisen mit Musik, also über Musik andere Kulturen kennenzulernen“, fügt der junge Lehrer hinzu. „Da ist es sehr bereichernd, wenn man Schüler mit Migrationshintergrund in der Klasse hat, weil sie oft etwas über die Musik aus ihrer Herkunftskultur erzählen können.“

Alternative zum Studium

Dass er Musik zu seinem Beruf machen wollte – am liebsten als Musiklehrer – war für den gebürtigen Nürnberger bereits zu Schulzeiten klar. Die Fachoberschule (FOS) schloss er mit der Fachhochschulreife ab. Für ein Hochschulstudium Musik auf Lehramt hätte er aber die Allgemeine Hochschulreife gebraucht. Also suchte Christian Prauschke im Internet nach Alternativen und landete schließlich auf der Internetseite der Musication Berufsfachschule für Musik in Nürnberg.

Das Foto zeigt Christian Prauschke. Er hat dunkle Haare und trägt einen Irokesenschnitt. Unter dem grauen Sakko ist ein bedrucktes T-Shirt zu sehen.

Christian Prauschke

Foto: Privat

Zwei Jahre lang absolvierte er die Ausbildung zum staatlich geprüften Ensembleleiter an dieser staatlich anerkannten Berufsfachschule für Musik. „Jeder muss erst mal die ersten beiden Ausbildungsjahre an einer Berufsfachschule für Musik hinter sich bringen“, erklärt Andreas Wolf, Schulleiter an der Berufsfachschule für Musik im oberfränkischen Kronach. „Ensembleleiter ist aber kein Berufsbild, mit dem man sich als Lehrer bewerben kann. Daher muss man sich nach den zwei Jahren entscheiden, was man letztendlich macht.“

Christian Prauschke wählte als Fachbereich Rock/Pop/Jazz, als Hauptfach E-Bass. „Das hat mir sehr viel für meine jetzige Tätigkeit als Musiklehrer an der Hauptschule gebracht“, sagt er. „Rock/Pop/Jazz, das ist einfach viel näher an den Schülern dran, als Klassik und Volksmusik.“ Die Ausbildung an der Musication ist jedoch nicht kostenlos: Heute beträgt die Gebühr rund 3.700 Euro jährlich. Christian Prauschke hat sich die Berufsfachschule über Erspartes finanziert – und außerdem nebenbei mit seiner Musik gejobbt. „Ich habe auf Konzerten gespielt und Musikunterricht an einer privaten Musikschule gegeben.“

Nach den zwei Jahren in Nürnberg ging der 24-Jährige ans Staatsinstitut für die Ausbildung von Fachlehrern an allgemeinbildenden Schulen in Ansbach, um dort noch die zweijährige Fachlehrerausbildung für Musik und Wirtschaft (heißt dort Kommunikationstechnik) aufzusatteln. Im ersten Ausbildungsjahr erfolgt die fachliche Ausbildung in Kommunikationstechnik mit Pflichtfächern wie Medienpädagogik, Kommunikation und Sprache, Informationstechnische Bildung, aber auch multimediale Präsentation und Lernumgebungen oder Buchführung und Rechnungswesen. Im zweiten Jahr am Staatsinstitut schließt sich die pädagogische Ausbildung in den Fächern Musik und Kommunikationstechnik an. Dann stehen die erziehungswissenschaftlichen Fächer Pädagogik, Psychologie und Schulpädagogik auf dem Plan. Christian Prauschke waren vor allem die Praxiserfahrungen wichtig: „Wir haben vom ersten Jahr an sehr viele Praktika in Schulen gemacht und durften auch selbst unterrichten.“ Sein Zweitfach Wirtschaft konnte er sich nicht aussuchen. Es ist vor allem für diejenigen wichtig, die sich selbstständig machen wollen. Trotzdem gefällt es ihm gut. Er bringt den Schülern etwa bei, mit zehn Fingern zu schreiben oder wie man Anschreiben und Lebenslauf für eine Bewerbung verfasst. Höhere Klassen unterrichtet er in Buchführung.

Auf einer Stufe mit den Kollegen

Bereits jetzt ist der Referendar Beamter auf Widerruf. Nach seiner zweiten Lehramtsprüfung für Fachlehrer hofft er, Beamter auf Probe und etwas später Beamter auf Lebenszeit zu werden. Danach kann er bayernweit als Fachlehrer an Grund-, Haupt- oder Realschulen eingesetzt werden. Mit seinen studierten Kollegen fühlt er sich auf einer Stufe, auch wenn sein Gehalt etwas geringer ist. „Ich werde nicht belächelt, weil ich ‚nur’ Fachlehrer bin.“ Rückblickend ist er sich sicher, dass er sich noch einmal für denselben Weg entscheiden würde, stünde er noch einmal vor der Wahl.

 

abi>> Tipp

Laut Kultusministerkonferenz (KMK) sind die Chancen für Musiklehrer etwa für viele Schularten des Sekundarbereichs I sowie für übergreifende Lehrämter des Primarbereichs und aller oder einzelner Schularten des Sekundarbereichs I kurz- bzw. mittel- und längerfristig gut bis sehr gut.

Weitere Infos

Lehrereinstellungsbedarf und -angebot in der Bundesrepublik Deutschland, Modellrechnung 2010 – 2020

http://www.kmk.org/fileadmin/pdf/Statistik/Dok_194_LEB_LEA.pdf

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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