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Art Direktor in Zürich

Werbung am Zürichsee

Kunst, Kühe und Käsefondue: Die Schweiz liegt bei vielen deutschen Arbeitnehmern hoch im Kurs. Einer von ihnen ist Marek Zdarsky. Der 34-Jährige arbeitet seit knapp zwei Jahren als Art Director bei der Züricher Werbeagentur TBWA.

Auf dem Bild ist ein Kohlestift und eine Zeichnung zu sehen.

Gemeinsam mit seinen Kollegen gestaltet er Werbekampagnen für große Unternehmen wie McDonald's und Apple: Für Art Director Marek Zdarsky hat sich der Umzug nach Zürich gelohnt.

Foto: Oellermann

Stadt mit der höchsten Lebensqualität weltweit – siebenmal in Folge hat die Beratungsfirma Mercer diese Auszeichnung bis 2008 an Zürich verliehen. Seit 2009 rangiert die Schweizer Limmatstadt immerhin noch auf Rang zwei. Ein Prädikat, von dem Marek Zdarsky unmittelbar profitiert. Den 34-Jährigen zog es vor knapp zwei Jahren in die Schweiz. Seitdem arbeitet er für die international agierende Fullservice-Werbeagentur TBWA als „Art Director“ in „Züri“ – und ist begeistert: „Wir gestalten hier Kampagnen für große Unternehmen, unter anderem McDonald’s und Apple. Ersterer ist für seine spielerische Produktwerbung bekannt.“ Für den gebürtigen Nürnberger das perfekte Umfeld, um sich kreativ und privat zu verwirklichen.

Als Art Director ist er Teil eines Teams aus Textern, Layoutern und Beratern und leitet dieses gemeinsam mit seinem Creative Director. Dabei kümmert er sich um die gestalterische Umsetzung von Ideen und Konzepten für Print-, Online- oder TV-Kampagnen. Eine Tätigkeit, auf die der 34-Jährige im Rahmen seines Studiums „Visuelle Kommunikation“ an der „Akademie der Bildenden Künste“ in Nürnberg vorbereitet wurde. Bereits als Student sammelte er bei diversen Agenturen nebenbei Berufserfahrung, die er mit dem Diplom in der Tasche anschließend ein Jahr lang bei einer kleinen Nürnberger Firma erweiterte. Dort wurde es dem kreativen Durchstarter allerdings bald zu eng. „In Franken hatte ich einfach nicht die Aussichten, mich groß machen zu können. Ich wollte etwas Neues ausprobieren“, erinnert er sich. So landete er schließlich in Zürich.

Viel Natur, wenig Wohnraum

Auf dem Bild ist ein junger Mann mit langen Haaren und weißem Hemd zu sehen.

Marek Zdarsky

Foto: Privat

Tatsächlich macht es die 390.000-Einwohner-Stadt Neuankömmlingen nicht allzu schwer, sich auf Anhieb wohl zu fühlen. Einen Kieselsteinwurf vom Zentrum liegt der riesige Zürichsee mit unzähligen Bade- und Flaniermöglichkeiten, idyllisch umrahmt von Bergen. Für den leidenschaftlichen Snowboarder Marek Zdarsky liegt die nächste Pistenabfahrt so stets in Reichweite. Darüber hinaus schätzt er die Gelassenheit der Schweizer, für die sie auch hierzulande bekannt sind. Auch bei der Arbeit. „Hier wird mit einer gewissen Ruhe zu Werke gegangen, etwas akribischer gearbeitet. Die Zeit läuft ein wenig langsamer“, beschreibt der Art Director. Sorgfalt, die entsprechend gewürdigt wird: Die Schweiz gilt als Hochlohnland. Nicht zuletzt deshalb erfreut sie sich bei deutschen Auswanderern wachsender Beliebtheit. Auf der Kehrseite der Medaille spiegeln sich jedoch hohe Lebenshaltungskosten wider – zum Beispiel für die Miete. Denn Wohnraum ist ebenso knapp wie teuer. Eine geeignete Bleibe zu finden war deshalb auch für Marek Zdarsky nicht einfach: „Ich hatte zuerst immer befristete Mietverträge. Es ist einfach schwierig, hier eine feste Wohnung zu ergattern. Aber nach einer Weile hat es dann doch geklappt“, blickt er zufrieden zurück.

Weniger kompliziert gestaltete sich für den 34-Jährigen die Bewerbung um eine geeignete Stelle. Er erinnert sich: „Zunächst hatte ich über Jobportale nach freien Angeboten gesucht und mich mit meiner persönlichen Vorstellungsmappe beworben. Neben anderen Firmen lud mich schließlich TBWA zum Vorstellungsgespräch ein – und es hat geklappt.“ Mit dem Arbeitsvertrag in der Tasche konnte sich der Gestaltungsexperte bei der Wohngemeinde anmelden und eine Aufenthaltsbewilligung beantragen: „Dazu musste ich einfach ein Formular ausfüllen – kein großer Akt“, findet Marek Zdarsky, der nach positiver Zusage zunächst fünf Jahre in der Schweiz bleiben darf. Eine Verlängerung stellt bei geregelten Beschäftigungsverhältnissen in der Regel jedoch kein Problem dar.

Dass es mit dem Umzug in das Nachbarland so problemlos geklappt hat, liegt unter anderem an dem Freizügigkeitsabkommen zwischen der Schweiz und den EU-Ländern, das seit 2002 Stück für Stück für die einzelnen Länder in Kraft getreten ist. Dieses Abkommen gewährt Deutschen und anderen EU-Bürgern die gleichen Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen wie den Schweizern und hat – neben den hohen Gehältern und der Tatsache, dass es fast keine Sprachprobleme gibt – dazu geführt, dass die Schweiz zu einem der beliebtesten Auswanderungsländer der Deutschen wurde.

Marek Zdarsky verspürt auf jeden Fall keinerlei Heimweh und fühlt sich bei den Eidgenossen weitestgehend akzeptiert. Sein Tipp: Bescheidenheit. „Man sollte sich in der Schweiz nicht groß brüsten und in den Mittelpunkt stellen, sondern sich zunächst zurückhaltend zeigen.“ Denn auch wenn knapp 64 Prozent der Einwohner Deutsch als Amtssprache angeben, handelt es sich bei dem Alpenstaat klar um Ausland.

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