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Mit Chemie und Überblick

Bäume stehen um ein Klärbecken im Sonnenschein.
Die Zersetzung von Schmutzstoffen im Wasser überwachen, Bakterien zuführen, Reinigungsstufen für die Wartung stilllegen: Diese Aufgaben übernimmt Abwassermeisterin Bianca Straße in ihrem Berufsalltag.
Foto: Martin Rehm

Abwassermeisterin

Mit Chemie und Überblick

Als Schichtleiterin bei den Berliner Wasserwerken koordiniert die Abwassermeisterin Bianca Straße (28) den Reinigungsprozess des Schmutzwassers – und das Zusammenspiel ihrer Kollegen.

Wenn ihre Schicht im Klärwerk beginnt, verschafft sich Bianca Straße zunächst einen Überblick. Den bekommt sie in der Warte: Hier kann sie auf Monitoren ablesen, in welcher Reinigungsstufe wie viele Bakterienkulturen im Einsatz sind und ob bei der Zersetzung von Schmutzstoffen wie Ammonium und Nitrat alles rund läuft. Von hier aus kann sie den Bakterien auch mehr Sauerstoff zuführen. Hat sie das erledigt, bespricht sie mit ihren Mitarbeitern den weiteren Schichtablauf. Wo gibt es was zu tun? Gibt es Reinigungsstufen, die zur Wartung oder Reparatur stillgelegt werden müssen?

Porträt von Bianca Straße

Bianca Straße

Foto: privat

Bianca Straße ist stellvertretende Schichtleiterin. Wenn ihr Chef nicht da ist, macht sie auch die Urlaubspläne und erledigt Aufgaben im Büro. Auf ihrem täglichen Kontrollgang überzeugt sie sich außerdem aus nächster Nähe, ob in der Anlage alles in Ordnung ist. Sie inspiziert die Reinigungsbecken, die Biologiebecken und die Nachklärbecken. Wenn eine Pumpe gewartet werden muss oder sie eine undichte Stelle oder eine Verstopfung findet, schreibt sie eine Störmeldung und ruft einen Techniker.

Weiterbildung für die Leitungsfunktion

Das Wissen für ihr umfassendes Aufgabengebiet hat sich die gelernte Fachkraft für Abwassertechnik bei einer Weiterbildung zur Abwassermeisterin angeeignet. Sechs Jahre hat sie nach ihrer Ausbildung zuvor bereits bei den Berliner Wasserwerken gearbeitet. „Dabei habe ich schon einen guten Einblick in den Betrieb bekommen“, sagt sie. „Ich habe in allen Dienststellen und Kläranlagen schon mal gearbeitet.“ Dabei hat sie ihre Vorgesetzten überzeugt: Die wollten Bianca Straße als Schichtleiterin und haben sich dafür eingesetzt, dass der Betrieb die Weiterbildungskosten von knapp 9.000 Euro übernimmt.

Zwei Jahre lang fuhr die heute 28-Jährige alle drei Monate zu den Blockseminaren in die Schule der Sächsischen Bildungsgesellschaft für Umweltschutz und Chemieberufe Dresden mbH (SBG). In Zeiträumen von ein bis zwei Wochen hat sie dann Mathe, Physik und Biologie gebüffelt – die Basis für die naturwissenschaftlichen und technischen Gesetzmäßigkeiten, die dem Reinigungsprozess des Abwassers zugrunde liegen. Rechtliche Fragen und Betriebswirtschaft standen ebenfalls auf dem Stundenplan. Denn als Führungskraft muss Bianca Straße auch Kostenstellen im Auge behalten.

Dazu gehört, dass sie über die Themen Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz Bescheid weiß. Auch Methoden, wie sie den Betrieb überwachen und instandhalten kann, hat sie in der Weiterbildung erlernt. In ihrer Rolle als Führungskraft könnte sie nun auch Auszubildende anleiten. Sie kann eine Ausbildung planen, weiß, nach welchen Kriterien man Auszubildende auswählt und wie man sie motiviert. Auch für den Umgang mit den anderen Kollegen hat sie das Rüstzeug an die Hand bekommen: Mit Personalführung und -entwicklung hat sie sich ebenso auseinandergesetzt wie mit verschiedenen Managementsystemen.

Von der Schule in die Schichtleitung

Sobald sie ihre Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen hatte, setzten ihre Vorgesetzten sie als Schichtleiterin ein. In der Früh-, Tages-, oder Spätschicht hat die 28-Jährige nun die Verantwortung für den reibungslosen Ablauf im Klärwerk und ein gutes Miteinander unter den Kollegen. Ihre Arbeit macht ihr viel Spaß – einen anderen Job kann sie sich momentan nicht vorstellen.

abi>> 17.05.2018