Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Einblick in die Praxis

Porträt einer jungen Frau vor einem Bürogebäude
abi>> hat Personaler zu ihren Angeboten in Sachen Berufseinstiegsprogramme befragt.
Foto: Thomas Lohnes

Berufseinstiegsprogramme – Personalerstatements

Einblick in die Praxis

Wie laufen Berufseinstiegsprogramme ab? Und was erwarten Unternehmen von ihren Nachwuchskräften? abi>> hat Personaler zu ihren Angeboten befragt.

Dr. Heiko Gemmel, der für Referendare zuständige Partner der Kanzlei Hogan Lovells, Düsseldorf

Ein Porträt-Foto von Dr. Heiko Gemmel

Dr. Heiko Gemmel

Foto: privat

Nach dem Ersten Staatsexamen durchlaufen die meisten Jura-Absolventen das zweijährige Referendariat. An dessen Ende steht das Zweite Staatsexamen, danach sind sie sogenannte Volljuristen und dürfen als Anwälte, Richter oder Staatsanwälte arbeiten. Im Referendariat lernen sie diese Berufe in vier verschiedenen Stationen kennen: die Zivilstation bei einem Zivilrichter, die Strafstation bei einem Gericht oder bei der Staatsanwaltschaft, die Verwaltungsstation bei einem Verwaltungsgericht oder einer Behörde, die Anwaltsstation bei einer Kanzlei und als Letztes steht die Wahlstation. Die Zahl der Stationen und ihre Länge unterscheiden sich je nach Bundesland.

Für die Anwaltsstation sollten sich die Juristen bereits nach ihrem Ersten Staatsexamen bewerben, weil die Plätze vor allem bei bekannten Kanzleien begehrt sind. Bei der Bewerbung achten wir vor allem auf die Noten, aber auch darauf, ob der Kandidat oder die Kandidatin ins Team passt. Auslandserfahrung während des Studiums wird ebenfalls gern gesehen. Bei uns lernen die Referendare die Anwaltstätigkeit im Arbeitsalltag kennen. Sie recherchieren zu konkreten Fällen, verfassen Gutachten oder Schreiben an Mandanten und begleiten Anwälte zu Besprechungen. Außerdem bieten wir unterstützende Kurse für die Examensvorbereitung an und veranstalten interne Vorträge, damit die Referendare weitere Rechtsgebiete der Kanzlei kennenlernen.

Wenn sich der Referendar bewährt, stehen die Chancen zur Übernahme nach dem Referendariat sehr gut. Der Einstieg erfolgt als Associate, also als angestellter Anwalt. Dann durchläuft man die einzelnen Karrierestufen bis man schließlich zum Partner ernannt werden kann.

Eva Fleckenstein, Personalmarketing, Gothaer Versicherung, Köln

Unsere Traineeprogramme dauern 18 bis 24 Monate und richten sich insbesondere an Masterabsolventen. Für welchen Bereich wir Trainees suchen, hängt vom aktuellen Bedarf ab. Da alle unsere Trainees eine unbefristete Anstellung erhalten, prüfen wir vor einer Stellenausschreibung immer genau, in welchen Bereichen eine anschließende Übernahme möglich ist. Derzeit bieten wir Traineeprogramme im Bereich Data Science, Data Business Intelligence und Produktmanagement Krankenversicherung an, in der Vergangenheit haben wir auch für den Vertrieb oder die Rechtsabteilung gesucht. Für die aktuellen Programme stellen wir vor allem (Wirtschafts-)Informatiker, Ingenieure, Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler ein, die sich für Daten und Digitalisierung begeistern.

Unsere Trainees lernen in Pflicht- und Wahlstationen unser Unternehmen, die verschiedenen Bereiche und Abteilungen kennen. Neben der praktischen Arbeit gibt es gemeinsame Seminare, bei denen es um übergreifende Fähigkeiten geht, etwa um Führungsqualifikationen oder agile Arbeitsmethoden, zum Beispiel im Projektmanagement. Dadurch sind die Trainees – auch über ihr Einstiegsprogramm hinaus – sehr gut im Konzern vernetzt.

Voraussetzung für eine Bewerbung auf eine Traineestelle sind praktische Erfahrungen, gerne auch in der Versicherungsbranche. Wir freuen uns auf Bewerber, die schnell Verantwortung übernehmen möchten, kommunikationsstark und begeisterungsfähig sind. Gegen Ende des Traineeprogramms planen die Trainees gemeinsam mit der Personalentwicklung entsprechend ihren Fähigkeiten und Neigungen ihre weitere Zukunft.

Christiane Holin, Personalsachbearbeiterin, Carlsen Verlag, Hamburg

Ein Porträt-Foto von Christiane Holin

Christiane Holin

Foto: privat

Wir bereiten Hochschulabsolventen im Laufe eines 12- oder 18-monatigen Volontariats auf ihre Arbeit in einem Buchverlag vor. Volontariate werden im Lektorat beispielsweise in den Bereichen Kinderbuch, Jugendbuch, Digitale Label oder Comic angeboten, sind aber auch in den Abteilungen Marketing, Rechte und Lizenzen sowie in der Presse möglich.

Die Volontäre bekommen einen definierten Aufgabenbereich zugewiesen, und am Anfang der Ausbildung wird ein Ausbildungsplan besprochen. Für die gesamte Dauer des Volontariats steht ein fester Ansprechpartner zur Verfügung. Gleichzeitig sind die Volontäre in alle Abläufe und Strukturen im Verlag eingebunden und tragen Verantwortung. Selbstständiges Arbeiten wird bei uns großgeschrieben. Zu den Aufgaben eines Volontärs im Lektorat gehört unter anderem die Betreuung von Autoren, Illustratoren und Übersetzern, das Prüfen von Manuskripten, die Aufbereitung von Programmdaten und die Teilnahme an Buchmessen und Verkaufskonferenzen. Hinzu kommen diverse Fortbildungsmöglichkeiten, etwa zur Persönlichkeitsentwicklung oder fachlichen Inhalts.

Von Bewerbern für ein Lektorats-Volontariat erwarten wir ein abgeschlossenes geisteswissenschaftliches Studium. Sie sollten erste Erfahrungen im Verlagswesen gesammelt haben, beispielsweise über ein Praktikum oder eine studentische Aushilfstätigkeit. Auch Auslandserfahrung ist in vielen Bereichen ein Pluspunkt. Es reicht nicht aus, einfach gern zu lesen. Wir erwarten zudem eine Affinität zu Social Media und digitalen Medien. Nach der Ausbildung zum Lektor wäre der nächste Karriereschritt mit entsprechender Berufserfahrung zum Beispiel die Leitung eines Programmbereichs.

abi>> 18.03.2019

weitere beiträge

  • zu BERUFE.TV (Öffnet sich in neuem Fenster)
  • zu den abi>> Podcasts

andere beiträge der rubrik

 

verwandte themen