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Mit Ausdauer und Mut kann man es schaffen

Bücher im Regal einer Buchhandlung
Schriftsteller entführen ihre Leser in Fantasiewelten.
Foto: Thorsten Thiel

Berufe in Fantasiewelten – Interview

Mit Ausdauer und Mut kann man es schaffen

abi» sprach mit Autorin Sylvia Englert alias Katja Brandis über ihren Weg von der Hobbyautorin zur erfolgreichen Schriftstellerin. Ihre Fantasy-Romane für Jugendliche und Erwachsene haben viele lesehungrige Fans. Wie man neue Welten erfindet und packende Geschichten schreibt, gibt sie auch in zahlreichen Ratgebern weiter.

abi>> Frau Englert, Sie kennen sich bestens aus mit magischen Wesen, fremdartigen Völkern und geheimnisvollen Welten. Woher kommt Ihre Vorliebe für Fantasy-Geschichten?

Sylvia Englert: Dort kann man seine Fantasie von der Leine lassen, die schrägsten, interessantesten, seltsamsten Dinge erfinden. Und wenn man sie glaubwürdig präsentiert, werden sie zum Teil einer Welt, in die man tief eintauchen kann. Es macht großen Spaß, in einem selbst geschaffenen Universum Zeit zu verbringen und dort Geschichten anzusiedeln.

abi>> In Ihrem neuen Roman „Das dunkle Wort“ geht es um das bedrohte Orchideenreich Skaidar, das den Magier Terwyn um Hilfe bittet. Terwyn hat sich jedoch geschworen, nie wieder Magie einzusetzen. Wie entsteht eine solche Buchidee?

Ein Porträt-Foto von Sylvia Englert

Sylvia Englert

Foto: Erol Gurian

Sylvia Englert: In diesem Fall war es ungewöhnlich. Ich brauchte für mein „Handbuch für Fantasyautoren“ eine ganz kurze Figurencharakterisierung als Beispiel. Also habe ich aus dem Stegreif etwas erfunden und in einem Absatz eben jenen Terwyn beschrieben. Er faszinierte mich sofort, und mir ging durch den Kopf: „Hm, der ist viel zu interessant, um ihn als Beispiel zu verheizen. Der wird die Hauptfigur meines nächsten Romans!“

abi>> Und wie geht es nach der Idee weiter, schreiben Sie spontan drauflos?

Sylvia Englert: Das habe ich als Jugendliche gemacht und mir damit endlos viele Schreibblockaden eingehandelt. Heute gehe ich anders vor: Bevor ich anfange zu schreiben, schicke ich eine Inhaltsangabe des Romans, die man Exposé nennt und die etwa drei Seiten umfasst, an den Verlag. Erst wenn dieser sein Okay gibt, das Projekt also kauft, fange ich mit der Detailplanung an und schreibe das Buch. Dadurch, dass ich vorher die Handlung schon gründlich durchdacht habe, flutscht es beim Schreiben meist sehr gut und ich kann diese Phase richtig genießen.

abi>> Früher waren Sie als Journalistin tätig, heute arbeiten Sie hauptberuflich als Autorin. Wie haben Sie das geschafft?

Sylvia Englert: Es dauert ein paar Jahre, bis man sich am Markt etabliert hat und die Verlage einen kennen. Ich habe erst vier Tage die Woche fest angestellt gearbeitet und hatte einen Tag Zeit für meine Romane. Dann habe ich mit meinem Chef ausgehandelt, dass ich auf zweieinhalb Tage reduzieren kann. Tja, und als es mit den Büchern gut lief, konnte ich mir dann erlauben, ganz zu kündigen. Das ist nun zwölf Jahre her. Man braucht also einen Brotberuf, denn es ist auch nicht gesagt, dass die Bücher gut „laufen“ und nennenswerte Summen einbringen.

abi>> Mittlerweile habe Sie über 50 Bücher veröffentlicht und arbeiten mit mehreren Verlagen zusammen. Was raten Sie jungen Autoren, die ihr erstes Buch vermarkten wollen?

Sylvia Englert: Das erste Buch bei einem Verlag unterzubringen ist schwer. Das heißt, die jungen Autoren sollten sich handwerkliche Kenntnisse aneignen, damit sie typische Anfängerfehler vermeiden, und die Geschichte so oft überarbeiten, bis wirklich alles sitzt. Dabei unbedingt auch auf bücherliebende Testleser setzen, denn man selbst wird schnell betriebsblind! Anschließend braucht man eine Agentur, die das Manuskript für einen vermittelt – hier zahlen sich Hartnäckigkeit und Geduld aus. Viel Glück (auch das braucht man)!

abi>> 09.07.2018

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