Nähe zur Kirche ist wichtig
Kim Heineke (19) macht derzeit eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation. Als Arbeitgeber wählte sie bewusst die katholische Kirche, nämlich das Generalvikariat in Köln. Dort sind über 500 Mitarbeiter beschäftigt.
Kim Heineke macht eine Ausbildung beim Generalvikariat in Köln.
Foto: Privat
Kim Heineke ging im niedersächsischen Hildesheim in einen katholischen Kindergarten, in eine katholische Grundschule und auf ein katholisches Gymnasium. Sie war neun Jahre als Messdienerin aktiv und häufig bei den Sternsingern dabei. „Da ich mit der Kirche aufgewachsen bin, lag es nahe, dass ich mich nach dem Abitur auch bei einem kirchlichen Arbeitgeber bewerben wollte“, erklärt die 19-Jährige ihre Wahl. „Ich wollte nicht in ein ‚normales‘ Unternehmen gehen, sondern mir lieber anschauen, wie eine kirchliche, seelsorgerische Organisation arbeitet.“ Beim Erzbistum Köln stieß die Abiturientin auf eine Stellenanzeige, in der eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation angeboten wurde. Bei der Bewerbung brachte ihr das Engagement in der Kirche sicherlich Vorteile. Zusammen mit sechs weiteren Auszubildenden trat sie im August ihre Stelle an.
Ihre erste Station führte sie in die Pressestelle des Generalvikariats. „Hier habe ich mich zum Beispiel um den Versand von Liederbüchern und Gebetszetteln gekümmert. Ich habe an Pressekonferenzen teilgenommen und anschließend kurze Berichte darüber geschrieben. Bei einem Malwettbewerb habe ich die eingegangenen Bilder etikettiert und fotografiert, und für den Pressespiegel habe ich täglich die regionalen Medien gelesen, um Artikel über das Erzbistum herauszusuchen.“ Nach zwei Monaten wechselte sie ihre Einsatzstelle. Nun arbeitet sie in der Registratur, in der die Akten des Bistums gelagert werden. Dazu muss sie gut koordinieren können und viel am Computer arbeiten. Weitere Stationen wird die Auszubildende in der Rechnungsstelle und der Buchführung absolvieren, im Controlling und in der Abteilung Weltkirche. „Dort wird der Kontakt zu den Partnerstädten im Ausland gehalten“, erklärt Kim Heineke, die in der Schule die Leistungskurse Englisch und Französisch belegt hatte. „Bei der Wahl der Ausbildungsstationen wurde auf die Interessen der Auszubildenden geachtet. In der Weltkirche werde ich dann wohl auch meine Fremdsprachenkenntnisse anwenden können.“
Besondere Atmosphäre
Kim Heineke gefällt an ihrem Arbeitsplatz die besondere Atmosphäre. „Man merkt schon, dass man für eine kirchliche Organisation arbeitet“, so die angehende Kauffrau. „Es finden öfter Gottesdienste statt, die Auszubildenden gehen demnächst mit dem Generalvikar eine Woche lang auf Seminarfahrt, und auch bei der kürzlich stattgefundenen Domwallfahrt waren wir selbstverständlich dabei.“ Die eigentlichen kaufmännisch-verwaltenden Tätigkeiten unterscheiden sich jedoch nicht von denen anderer Kaufleute für Bürokommunikation. Daher wäre es Kim Heineke auch möglich, nach ihrer Ausbildung zum Beispiel in einem Wirtschaftsunternehmen zu arbeiten. Bislang hat sie aber noch keine Pläne, wie es nach ihrer Ausbildung in knapp drei Jahren weitergehen wird. Eine Möglichkeit wäre die Fortbildung im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für das Sozial- und Gesundheitswesen. Mit der breiten Ausbildung stehen Kim Heineke auf jeden Fall viele Wege offen.




