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Kombination aus Handwerk und Medizin

Junge Frau modelliert Ersatzgebiss
Die Zahntechnik beinhaltet sowohl den medizinischen als auch den handwerklichen Aspekt.
Foto: Martin Rehm

Zahntechnikerin

Kombination aus Handwerk und Medizin

Als angehende Zahntechnikerin stellt Konstanze Pieter (20) Kronen, Brücken und Zahnprothesen aller Art her. Neben handwerklichem Geschick und Präzision ist in ihrer Arbeit vor allem Kreativität und Teamgeist gefragt.

Konstanze Pieter startet gerade in das dritte Jahr ihrer Zahntechnikerausbildung, die sie direkt nach dem Abitur begonnen hat. „In meiner Familie gibt es sowohl Handwerker als auch Ärzte“, erzählt die 20-Jährige. „Ich habe mich immer für beide Bereiche interessiert. Zahntechnik ist für mich daher die perfekte Kombination.“

Ihre dreieinhalbjährige Ausbildung absolviert Konstanze Pieter im Labor Zahntechnik Berlin Vach und Ehlert GmbH. Das Team spielt bei der Arbeit eine große Rolle: „Als Zahntechniker arbeitet man immer zusammen an Lösungen für die Aufträge, die man gerade bearbeitet und tauscht sich darüber aus“, erzählt sie. „In vielen Laboren gibt es spezifische Abteilungen für beispielsweise Metall oder Kunststoffe. Bei uns bearbeitet jeder Techniker jedes Projekt von Anfang bis Ende. So werde ich eher zum Allround-Zahntechniker ausgebildet.“

Eine weitere Besonderheit ihres Arbeitgebers ist, dass Patienten zur Anprobe direkt ins Labor kommen. „Wir arbeiten für die Erstellung eines Zahnersatzes mit Fotos oder direkt am Patienten“, berichtet die Auszubildende. „So kann beispielsweise die individuelle Zahnfarbe des Patienten optimal angepasst werden.“

Von der Gipsküche zum Implantat

Ein Porträt-Foto von Konstanze Pieter

Konstanze Pieter

Foto: Gerrit Ehlert

Das erste halbe Jahr ihrer Ausbildung verbrachte Konstanze Pier in der Gipsküche. Hier werden Abdrücke desinfiziert, Modelle aus Gips erstellt und in einem Artikulator – einem Arbeitsgerät, welches dem menschlichen Kiefergelenk nachempfunden ist und somit individuelle Kieferbewegungen imitiert – fixiert. Nach und nach erweitert sich das Arbeitsspektrum eines angehenden Zahntechnikers. Sie stellen individuelle Löffel für Abdrücke her, führen Reparaturen durch, lernen, Übergangsprothesen mit Klammern, Totalprothesen und Kronen anzufertigen, bis sie im Anschluss der Ausbildung mit Implantaten arbeiten dürfen.

Zahntechniker arbeiten mit den unterschiedlichsten Materialien wie Keramik, Metall, Wachs oder Kunststoffen. Den entsprechenden Umgang mit diesen Verfahren vermittelt auch die Berufsschule: „Im Fach Werkstoffkunde lernen wir, wie die Materialien zusammengesetzt sind, ihre Funktion und den gesundheitsschonenden Umgang mit Gefahrenstoffen“, erzählt Konstanze Pieter. Ansonsten stehen Fächer wie Anatomie und Prothetik auf dem Stundenplan. „Mit dem Abitur fällt es einem an der Berufsschule leichter“, findet die Auszubildende. „Mein Latinum hilft mir beim Lernen der medizinischen Fachbegriffe.“

3-D-Drucker und Fräsmaschinen

Spannend findet die 20-Jährige die Veränderungen, die die digitale Entwicklung mit sich bringt: „Die Digitalisierung ist eine große Arbeitserleichterung. So kann man beispielsweise Zeit sparen, da die 3-D-Drucker und Fräsmaschinen auch über Nacht arbeiten können.“

Die Berliner Auszubildende hat noch eineinhalb Jahre Ausbildungszeit vor sich. „Ich möchte gerne anschließend den Meistertitel anhängen“, sagt Konstanze Pieter. „Damit darf man dann auch kompliziertere Arbeiten, wie Keramikfrontzähne oder Implantatversorgungen herstellen.“

Hier geht's zum typischen Tagesablauf >>

abi>> 12.09.2017