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Messarbeit bei Wind und Wetter

Nora Schäfer bei der Messarbeit während ihrer Ausbildung zur Vermessungstechnikerin
Nora Schäfer wechselt regelmäßig zwischen Außen- und Innendienst. Draußen begleitet sie verschiedene Vermessungskampagnen und lernt den Umgang mit Messinstrumenten wie Tachymetern.
Foto: Melanie Czubernat

Vermessungstechnikerin

Messarbeit bei Wind und Wetter

Einen Beruf, bei dem sie nicht nur am Schreibtisch sitzt, sondern auch draußen Projekte begleiten kann – genau das hatte Nora Schäfer gesucht. In ihrer Ausbildung zur Vermessungstechnikerin der Fachrichtung Vermessung hat sich der Anspruch der 25-Jährigen erfüllt. Sie lernt, mit Messinstrumenten umzugehen, Geodaten zu erfassen und zu bearbeiten sowie das Zeichnen am Computer.

Nora Schäfer, die seit September 2016 im Vermessungsbüro des öffentlich bestellten Vermessungsingenieurs Dipl.-Ing. Rudolf Wehmeyer in Münster ausgebildet wird, wechselt regelmäßig zwischen Außen- und Innendienst. „Wenn Messungen anstehen, müssen diese durchgeführt werden, egal wie das Wetter ist“, erzählt die angehende Vermessungstechnikerin. Das macht ihr jedoch nichts aus – sie arbeitet gerne im Freien und für den Einsatz im Gelände hat ihr der Arbeitgeber wetterfeste Sicherheitsbekleidung zur Verfügung gestellt.

Messungen durchführen, Daten auswerten

Ein Foto von Nora Schäfer

Nora Schäfer

Foto: Melanie Czubernat

Im Außendienst assistiert die Auszubildende dem zuständigen Vermessungsingenieur. Sie baut Instrumente auf und begleitet die Vermessungskampagne. „Ich lerne den Umgang mit den Geräten und, wie man Messungen durchführt“, berichtet Nora Schäfer. Dabei kann es schon mal in unwegsames Gelände gehen, wenn die Messung zum Beispiel in einem Bachbett stattfindet. Auch körperlicher Einsatz ist hin und wieder gefragt, etwa wenn sie einen bei der Messung hinderlichen Grenzstein ausgraben muss.

Im Innendienst bearbeitet die angehende Vermessungstechnikerin – betreut von ihrem Ausbilder – eigene Projekte: Sie bereitet Unterlagen wie Übersichtskarten für den Außendienst vor und wertet ermittelte Geländevermessungsdaten aus. Außerdem lernt sie, wie man daraus neues Karten-und Skizzenmaterial erstellt. „Darüber hinaus muss ich mich mit Gesetzen und Vorschriften auseinandersetzen, die bei den Planungen eingehalten werden müssen“, ergänzt Nora Schäfer.

Die Mischung aus Außen- und Innendienst,
Mess-, Karten- und PC-Arbeit findet sie äußerst abwechslungsreich: „Jeder Auftrag ist individuell – auch wenn sich die Arbeitsabläufe ähneln, ist doch jedes Gebäude, jedes Grundstück anders.“

Orientierungssinn und mathematisches Verständnis

Einmal wöchentlich besucht Nora Schäfer zusätzlich zur praktischen Ausbildung die Berufsschule in Recklinghausen, wo sie ihre praktischen und theoretischen Kenntnisse aus der Arbeit im Vermessungsbüro vertieft. In Gruppen erfahren die Auszubildenden unter anderem, wie einzelne Messinstrumente aufgebaut sind, wie Satellitenvermessung theoretisch funktioniert oder wie spezielle Rechen- und Zeichenprogramme in der Vermessungstechnik eingesetzt werden.

Für ihre tägliche Arbeit braucht die 25-Jährige mathematisches Verständnis – besonders in Geometrie –, räumliches Vorstellungsvermögen, Teamfähigkeit und einen guten Orientierungssinn im Gelände. „Außerdem sollte man ein gewisses Zeichentalent mitbringen, Interesse an Technik haben und sich gerne draußen aufhalten“, meint die Auszubildende.

Gut informiert und intensiv recherchiert

Zunächst hatte Nora Schäfer nach ihrem Abitur Archäologie in Münster studiert und 2016 mit dem Bachelor abgeschlossen. „Da mir die Textarbeit in der Archäologie allerdings nicht so lag und es zudem nur wenige Stellen in diesem Berufsfeld gibt, wollte ich noch eine Ausbildung absolvieren“, berichtet sie. „Ich habe mich anhand einiger Publikationen der Bundesagentur für Arbeit, etwa dem Studien- & Berufswahl-Buch, informiert und intensiv im Internet recherchiert, bevor ich mich für den Beruf der Vermessungstechnikerin entschieden habe.“

In einigen Bereichen gibt es durchaus Berührungspunkte zum Studium. So kannte Nora Schäfer bereits die Arbeit mit Tachymetern – Instrumenten zur Geländevermessung – und hatte bereits erste Erfahrung darin, wie man Karten anfertigt.

Für ihre Bewerbungen hatte sie bei mehreren Vermessungsbüros telefonisch angefragt, ob diese eine Ausbildung anbieten: „Und bei meinem jetzigen Arbeitgeber hat es zum Glück schnell mit einem Ausbildungsplatz geklappt.“

Verkürzte Ausbildungszeit

Nora Schäfer, die sich derzeit im zweiten Ausbildungsjahr befindet, hat nach einem Jahr die Zwischenprüfung bestanden. Da ihre Noten gut waren und ihre Berufsschul-Lehrkräfte sowie ihr Chef es befürworten, kann sie die reguläre dreijährige Ausbildungszeit um ein halbes Jahr verkürzen und zwischen November 2018 und Januar 2019 bereits ihre Abschlussprüfung ablegen. Hierfür muss sie neben mehreren Klausuren in der Berufsschule einen 20 Stunden umfassenden betrieblichen Auftrag selbstständig vorbereiten, durchführen, nachbereiten und dokumentieren. Abschließend folgt ein mündliches Prüfungsgespräch.

Sie hofft, dass sie nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung von ihrem jetzigen Arbeitgeber übernommen wird. „Ein Studium in Vermessungstechnik möchte ich nicht anschließen. Meine Berufswahl war ein richtiger Glücksgriff und ich freue mich darauf in dem Beruf, der mir viel Freude bereitet, zu arbeiten“, blickt Nora Schäfer in die Zukunft.

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abi>> 11.04.2018

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