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Ein kühler Kopf am Rechner

Frau an einem Computer, auf dem Bildschirm ist ein 3-D-Modell zu sehen.
In der Berufsschule lernen Technische Produktionsdesignerinnen wie Vanessa Waal, wie sie mit CAD-Software 3-D-Entwürfe erstellen.
Foto: Hans-Martin Issler

Technische Produktdesignerin

Ein kühler Kopf am Rechner

Als angehende Technische Produktdesignerin entwirft Vanessa Waal (19) bei der Hefa Kühlmöbel GmbH Kühltheken individuell nach Kundenwunsch. Im dritten Ausbildungsjahr ist sie schon voll in das Tagesgeschäft des mittelständischen Unternehmens in der Oberpfalz eingebunden.

Vanessa Waal kam nach einem Gespräch mit Freunden sowie einem Praktikum auf den Geschmack: Die 19-Jährige absolviert eine Ausbildung zur Technischen Produktdesignerin der Fachrichtung Produktgestaltung und -konstruktion. „Ich habe schnell gemerkt, dass technisches Produktdesign eine anspruchsvolle Aufgabe ist“, sagt sie. Ein gutes Vorstellungsvermögen ist aus ihrer Sicht die wichtigste Voraussetzung. „Ich war mir sicher, dass ich das mitbringe“, führt die 19-Jährige fort. Auch ein Eignungstest beim Informationstag ihrer örtlichen Agentur für Arbeit bestätigte ihre Einschätzung.

Verantwortung und Teamarbeit

Mit einem gutem Gefühl startete Vanessa Waal daher vor zwei Jahren in die Ausbildung bei Hefa Kühlmöbel in der Oberpfalz. Nach einer kurzen Einführung und Übungsphase in computergestütze Zeichenprogramme wie CAD durfte sie schon nach zwei Monaten die ersten einfachen Theken für Restaurants in CAD entwerfen. Im Laufe der Ausbildung wurden die Aufgabenstellungen nach und nach komplexer. „Spannend sind natürlich Theken in ausgefalleneren Formen. Wenn ich solche Aufträge bearbeite, ruft die Produktion schon einmal an, damit ich mir die fertige Theke ansehen kann“, erzählt sie freudig. Im Regelfall allerdings sieht sie ihre Projekte nur als Entwurf am Computer.

Porträt von Vanessa Waal

Vanessa Waal

Foto: Hefa Kühlmöbel

Die eigene Verantwortung für den kompletten Gestaltungsprozess reizt Vanessa Waal an ihrem Beruf besonders. „Natürlich stimme ich mich mit dem Vertrieb, der Arbeitsvorbereitung und der Produktion ab. Aber für meine Projekte bin ich allein zuständig,“ sagt sie. Das gilt auch für die Kostenkalkulationen – da ist Präzision gefordert. Raum für Teamwork bleibt dennoch genug, wenn sie die Kollegen unterstützt oder selbst Hilfe braucht. Direkten Kontakt zu den Kunden – im Fall von Hefa meist Fachhändler für Gastronomie- und Großküchenbedarf – hat sie, wenn sie ihre Zeichnungen und Kostenkalkulationen verschickt und es Rückfragen gibt.

Aufstieg in die dritte Dimension

Ihre Arbeitsroutinen hat die Auszubildende mittlerweile gut im Griff – doch im dritten Lehrjahr steht für Vanessa Waal eine wichtige Veränderung an: Im Unternehmen wird auf 3-D-Entwürfe umgestellt. „Bisher zeichnen wir nur 2-D,“ sagt sie. Auf 3-D-Design ist sie aber dank der Berufsschule schon gut vorbereitet: „3-D-Zeichnen war Gegenstand unserer Zwischenprüfung.“ Aus dem Berufsschulunterricht nimmt sie auch wichtige Informationen über Materialien und Herstellungsverfahren mit.

„Ich komme ganz gut zu recht“, sagt sie – das klingt eher zurückhaltend dafür, dass sie vor Kurzem ihre Ausbildungszeit auf drei Jahre verkürzen konnte. Gute Leistungen in der Schule und im Betrieb sind dafür Voraussetzung. Hintergrund ist nicht primär der Wunsch, zügig mehr Geld zu verdienen, sondern ihre weitere Berufsplanung: „Ich möchte gleich nach der Ausbildung eine Weiterbildung zur Technikerin in der Fachrichtung Maschinentechnik beginnen“, erklärt sie. Diese startet in ihrer Region im September – nach einer dreieinhalbjährigen Ausbildung müsste die 19-Jährige ein halbes Jahr warten. Ob sie die Weiterbildung berufsbegleitend in vier Jahren oder in Vollzeit und nur innerbalb von zwei Jahren absolviert, muss Vanessa Waal noch entscheiden. „Beides hat Vor- und Nachteile“, wägt sie ab. Bei Hefa jedenfalls fühlt sie sich wohl und würde zumindest die erste Zeit nach der Ausbildung gerne im Unternehmen bleiben.

So kann ein Arbeitstag aussehen >>

abi>> 10.01.2019