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Mikrotechnologe

Ein High-Tech-Beruf

Jonas Strobelt absolvierte am Lehrstuhl für Elektronische Bauelemente der Universität Erlangen-Nürnberg eine Ausbildung zum Mikrotechnologen. Der 23-Jährige beschäftigte sich dort mit allen Prozessen zur Herstellung von Mikrochips und sammelte dabei umfangreiches Wissen über kleinste elektronische Bauelemente.

Auf dem Foto ist sind viele Wafer in einem Gestell zu sehen.

Mikrotechnologen stellen Produkte wie Mikrochips her.

Foto: Jusseit

Von der Industrie- und Handelskammer Nürnberg für Mittelfranken wurde Jonas Strobelt im Ausbildungsberuf „Mikrotechnologe“ als Prüfungsbester 2010 in ganz Bayern ausgezeichnet. „Mit meiner Berufsentscheidung habe ich alles richtig gemacht, das hat mir nach der Ausbildung bei meiner weiteren Orientierung sehr geholfen“, sagt er. Nach dem Abi wollte der gebürtige Nürnberger nicht gleich ein Hochschulstudium aufnehmen, sondern zuerst eine praxisnahe Berufsausbildung absolvieren. In der Zeitung fand er die Stellenanzeige des Erlanger Lehrstuhls zur Ausbildung zum Mikrotechnologen. „In der Anzeige wurden gute Leistungen in naturwissenschaftlichen Fächern gefordert. Auch weil mir meine Leistungskurse in Mathe und Physik immer Spaß gemacht hatten, habe ich mich in Erlangen beworben“, erzählt Jonas Strobelt.

Der Lehrstuhl für Elektronische Bauelemente kooperiert eng mit dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie. Das Institut betreibt angewandte Forschung und Entwicklung auf den Gebieten der Mikro- und Nanoelektronik, Leistungselektronik und Mechatronik. Von dieser engen Zusammenarbeit profitiert auch die von beiden Einrichtungen gemeinsam betriebene Ausbildung zum Mikrotechnologen.

Ionen implantieren

Die Ausbildung zum Mikrotechnologen dauert drei Jahre und wird mit den Schwerpunkten Mikrosystemtechnik oder Halbleitertechnik angeboten. Jonas Strobelt wurde in letzterem ausgebildet. „Im ersten Lehrjahr haben wir die Basics gelernt“, erzählt er. Wie funktionieren Mikroskop und Laser, wie ist ein Mikrochip aufgebaut, wie geht man mit den Laborgeräten um? „Wir haben uns vorwiegend mit handwerklichen Tätigkeiten, Grundlagen der Chemie und Elektronik und dem Überwachen der Reinraumbedingungen beschäftigt.“ Neben verschiedenen Laborarbeitsplätzen steht den Auszubildenden aber auch ein eigener, komplett ausgestatteter Büroarbeitsplatz zur Verfügung.

„Im zweiten und dritten Ausbildungsjahr kamen dann alle Prozessschritte hinzu, die man braucht, um zum Beispiel einen Mikrochip herzustellen“, erklärt Jonas Strobelt. Im letzten Lehrjahr spezialisierte er sich auf den Bereich der Ionenimplantation. Das ist eine Methode zur gezielten Einbringung so genannter Fremdatome in Halbleitermaterialien und andere Werkstoffe. Das Verfahren ist ein wichtiger Prozessschritt bei der Herstellung von Halbleiterbauelementen und integrierten Schaltungen. „Die Arbeit erfordert viel Konzentration. Für die Prozesse muss man zahlreiche Parameter im Auge behalten, und die Implantationsanlagen sind sehr komplex“, sagt Jonas Strobelt. In der Ionenimplantation wird viel experimentiert, und da es in der Forschung sowieso kaum standardisierte Prozesse gibt, muss Jonas Strobelt mit Kreativität und Improvisationstalent an seine Aufgaben herangehen. Für Technikbegeisterte sei das auf jeden Fall traumhaft, so der Mikrotechnologe.

Theorie begleitet Praxis

Die Theorie erlernte Jonas Strobelt an der Berufsschule: „Etwa alle zwei Monate ging es für zwei Wochen nach Regensburg. In der Zeit hatten wir Blockunterricht und haben im Wohnheim übernachtet.“ Angehende Mikrotechnologen lernen an der Berufsschule beispielsweise, wie man chemische Zusammenhänge für die Halbleiterherstellung beurteilt oder mit elektrischen Signalen und Schaltungen umgeht. Einen Großteil des theoretischen Wissens hätten aber natürlich auch die Ausbilder und Betreuer im Unternehmen vermittelt, so Jonas Strobelt. Das Coaching sei exzellent gewesen.

Seine Ausbildung hat er gerade abgeschlossen, und zunächst kann er am Lehrstuhl für Elektronische Bauelemente weiterarbeiten. Doch für seine berufliche Zukunft hat er schon einen Plan: Er möchte den Studiengang „Nanotechnologie“ an der Technischen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg aufnehmen.

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