Anders als geplant
Eigentlich hatte Janine Riefstahl (20) nach dem Abitur ganz andere Pläne, als eine Ausbildung zur IT-System-Elektronikerin zu beginnen. "Ursprünglich wollte ich Sozialpädagogik studieren, aber dafür hätte ich Wartesemester in Kauf nehmen müssen", erklärt die 20-Jährige, die aus dem brandenburgischen Heidesee stammt. Ein Besuch bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur wies ihr schließlich den Weg in die Informationstechnologie.
IT-System-Elektroniker wie Janine Riefstahl planen und intallierten IT-Systeme einschließlich der zugehörigen Geräte, Komponenten und Netzwerke.
Foto: Becker
„Ich habe mich in diesem Bereich auf verschiedene Ausbildungsberufe beworben und mich dann aufgrund der Verdienstmöglichkeiten und Übernahmechancen für den IT-Systemelektroniker entschieden“, erläutert Janine Riefstahl. Seit 2009 erlernt die gebürtige Berlinerin diesen Beruf beim Radio Berlin-Brandenburg (rbb).
Zu ihrem Sinneswandel weg von einem Beruf im sozialen Bereich meint sie: „Ich habe mich schon als Kind mit Computern beschäftigt und bei Problemen gemeinsam mit meinem Vater solange getüftelt, bis der Rechner wieder lief. Da dachte ich mir: Warum nicht das Hobby zum Beruf machen?“ Natürlich sei der Job sehr „männerlastig“ – in der Berufsschule ist sie die einzige Frau in ihrer Klasse. Janine Riefstahl macht das aber nichts aus, schließlich ändern sich die Zeiten langsam: Bei dem Girls’ Day, an dem sie zu Schulzeiten teilgenommen hatte, hätten sich viele Mädchen für Computerberufe begeistert. „Man muss sich nur trauen“, meint sie.
Kontakt mit den Nutzern
Zu den Aufgaben einer IT-System-Elektronikerin zählen die Planung und Installation von Systemen der Informations- und Telekommunikationstechnik, einschließlich der dazugehörigen Geräte, Komponenten und Netzwerke. Dabei und bei der Analyse von Fehlern und Störungen orientieren sie sich an den Wünschen der Kunden.
Beim rbb durchläuft Janine Riefstahl während ihrer Ausbildung verschiedene Abteilungen wie IT-Support, Telefon- oder Netzwerkadministration. Besonders gut gefällt ihr dabei, dass sie täglich Kontakt mit den Nutzern hat und nicht allein vor dem eigenen Rechner sitzt. „Jeder hat ein anderes Problem, das macht den Beruf so vielseitig“, sagt sie.
Englisch und Physik
Und welche Voraussetzungen sollte man erfüllen, um gut für den Beruf vorbereitet zu sein? „PC-Grundkenntnisse sollte man schon mitbringen“, weiß sie. Zudem sind Englischkenntnisse wichtig, weil es die weltweit verwendete IT-Sprache ist. „Aber auch mit Physik und Mathe sollten sich Azubis auskennen, etwa wenn sie Schaltungen in PCs einbauen oder Widerstände berechnen müssen.“
Und ihre Zukunft, wenn die Ausbildung 2012 abgeschlossen ist? Informatik studieren? „Naja“, antwortet Janine Riefstahl, „das finde ich ziemlich trocken. Es gibt ja auch viele Weiterbildungsmöglichkeiten, etwa in Netzwerkadministration oder Sicherheit.“





