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Brauer und Mälzer

Vom Malz zum Bier

Tradition trifft moderne Produktionstechnik: Stefan Schmidt (31) hat sich für eine Ausbildung zum Brauer und Mälzer entschieden. Bei der Warsteiner Brauerei in Warstein lernt er den Herstellungsprozess von der Malzanlieferung bis zur Abfüllung in Flaschen kennen.

Auf dem Foto ist eine Brauerei von innen zu sehen. Im Bild sind Sudpfannen zu sehen.

Ausbildung mit langer Tradition: Brauer und Mälzer.

Foto: Becker

„Mich hat an dem Beruf fasziniert, dass auf der einen Seite handwerkliche Arbeit gefragt ist und auf der anderen Seite das Wissen um die Steuerung des Brauprozesses mit modernen Produktionsanlagen“, sagt Stefan Schmidt. Von der offenen Lehrstelle hat er von Bekannten erfahren, die bereits für die Warsteiner Brauerei tätig waren und mit denen er auch schon vorher öfter über den Beruf gesprochen hatte. Für Stefan Schmidt ist es die zweite Ausbildung. Nach seinem Abitur machte der 31-Jährige zunächst eine Ausbildung zum Vermessungstechniker und arbeitete in dem Beruf, allerdings verlagerten sich seine Interessen im Laufe der Zeit. In der Warsteiner Brauerei ist er während der Ausbildung abwechselnd in drei verschiedenen Abteilungen im Einsatz: Im Sudhaus, im Gär- und Lagerkeller und im Bereich Filtration. „Ich habe dort zunächst den Kollegen über die Schulter geschaut, übernehme aber mittlerweile auch viele Aufgaben selbstständig – natürlich immer noch in Begleitung der erfahrenen Mitarbeiter.“

Qualität wird laufend überprüft

Im Sudhaus nimmt Stefan Schmidt die Malzlieferungen entgegen, nimmt Proben davon und gibt den Rohstoff dann in den Brauprozess. Hier wird auch der Hopfen

Stephan Schmidt in gelber Arbeitskleidung in der Brauerei. Er arbeitet an der sogenannten Whirlpoolpfanne.

Stefan Schmidt nimmt eine Probe an der Whirlpoolpfanne, in der die Maische aus Wasser und geschrotetem Malz erhitzt wird.

Foto: Privat

hinzugefügt. Während das Bier gebraut wird – aber auch während der nachfolgenden Herstellungsstufen – müssen immer wieder Proben für die Qualitätskontrolle gezogen werden. Stefan Schmidt hat gelernt, wie das Produkt mikrobiologisch und mittels technischer Analysen untersucht werden muss. „Ich messe auch die Temperatur im Tank und die Dichte des Bieres“, sagt der 31-Jährige, der mittlerweile im dritten Lehrjahr ist. Im Gär- und Lagerkeller hilft er, die Befüllung und Entleerung der Tanks sowie den Gärprozess zu überwachen und die Reinigung und Desinfizierung der Behälter und Leitungen mithilfe von Computerprogrammen zu starten. Per Hand werden die Gär- und Lagertanks in der Warsteiner Brauerei nämlich nicht mehr gesäubert. In den Gärtanks gärt das Bier und wird anschließend in die Lagertanks geleitet.

Berufsschule im Block

Auf der letzten Stufe des Herstellungsprozesses, im Filterkeller, werden Trübstoffe aus dem Bier gefiltert, was zu einer längeren Haltbarkeit des Bieres führt. „Auch hier müssen wir mehrere Proben ziehen und ins Labor geben, um zu prüfen, ob das Bier qualitativ in Ordnung ist.“ Das theoretische Wissen hat Stefan Schmidt in der Berufsschule in Dortmund erworben, die er in jedem Lehrjahr in Blöcken à sechs Wochen besucht. „Wir lernen die fachlichen Inhalte chronologisch entlang des Herstellungsprozesses kennen, von der Vorbereitung des Getreides für die Malzherstellung bis hin zum Getränke-Ausschank.“ Wenn Stefan Schmidt in einem Jahr seine Ausbildung beenden wird, hat er gute Chancen, in der Warsteiner Brauerei übernommen zu werden, denn das Unternehmen bildet in der Regel für den eigenen Bedarf aus. Stefan Schmidt hat – wenn auch erst im zweiten Anlauf – seinen Traumjob gefunden.

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