Gewissenhaft und sorgfältig arbeiten
Martin Gellner macht eine dreieinhalbjährige Ausbildung zum Biologielaboranten beim Biotech-Unternehmen Roche in Deutschland am Standort Penzberg. Der 22-Jährige erlernt die biotechnologische Untersuchung von Zellkulturen und beteiligt sich an der Forschung nach neuen Medikamenten und Wirkstoffen.
Martin Gellner wird Biologielaborant.
Foto: Privat
Direkt nach seinem Abitur hat Martin Gellner eine Ausbildungsstelle als Biologielaborant im oberbayerischen Penzberg bei dem Gesundheitsunternehmen Roche Deutschland Holding GmbH angenommen. „Ich hatte Leistungskurs Biologie und wollte etwas im Bio- oder Chemiebereich lernen. Ein Studium wäre mir zu theoretisch gewesen, ich bin praktisch orientiert“, sagt Martin Gellner. Im Internet ist er auf den Ausbildungsberuf Biologielaborant aufmerksam geworden und hat sich gleich deutschlandweit beworben. „Nach ein paar Absagen konnte ich erfolgreich bei Roche einen Einstellungstest absolvieren“, sagt der 22-Jährige, der ursprünglich aus Guben in der Niederlausitz stammt und für seine Ausbildung nach Bayern gezogen ist.
Zu Beginn wurde er zunächst in einem mehrwöchigen Praktikum im Umgang mit Laborgeräten geschult. Heute, im zweiten Lehrjahr, arbeitet Martin Gellner in der Verfahrensentwicklung. „Hier werden zum Beispiel Bakterien gezüchtet und deren Eigenschaften mit dem Ziel untersucht, neue Wirkstoffe entwickeln zu können“, erklärt der Auszubildende. Alle Arbeitsschritte müssen dabei genau protokolliert und Messungen in speziellen EDV-Programmen ausgewertet werden. Alles geschieht unter Anleitung des erfahrenen Laborchefs. „Wer glaubt, im Labor arbeitet man einsam, irrt sich“, sagt Martin Gellner. „Wir sind in Arbeitsgruppen von drei bis acht Leuten und müssen uns in allen Arbeitsschritten absprechen und gemeinsam Lösungen finden.“ Im wöchentlichen Blockunterricht muss der 22-Jährige pro Lehrjahr zehn Wochen die theoretischen Grundlagen seines Faches an der Berufsschule vertiefen. Dabei geht es beispielsweise um Strukturen und Eigenschaften von Stoffen oder wie man mikrobiologische, biochemische oder molekularbiologische Arbeiten durchführt. Außerdem erhält er Werksunterricht in Chemie und Fachrechnen.
Verantwortung groß geschrieben
Was Martin Gellner gleich zu Beginn seiner Ausbildung festgestellt hat: „Man sollte eigentlich alle Naturwissenschaften beherrschen. Biologie sowieso, aber auch Chemie und Physik spielen im Alltag eine große Rolle. Mathekenntnisse sind wichtig bei der Berechnung und Auswertung von Versuchen.“ Darüber hinaus wurde der Auszubildende mit den Bestimmungen des Tierschutzgesetzes vertraut gemacht, denn Biologielaboranten müssen sich auch bei Tierversuchen beteiligen, die besonderer Pflege und Verantwortung bedürfen.
„Überhaupt muss ich sehr gewissenhaft und sorgfältig arbeiten. Der kleinste Fehler kann bereits den ganzen Versuch kaputt machen.“ Daher müsse er sich selbst auch Fehler eingestehen können, sollte mal etwas schief gehen, sagt der angehende Biologielaborant, der bereits in der Onkologie eingesetzt wurde und dort die Wirkung von neuen Krebsmedikamenten auf tierische Zellen untersuchte.
Gute Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten
Neben der Beschäftigung bei Gesundheits- oder Pharmaunternehmen finden Biologielaboranten auch Anstellungen bei Kosmetik- und Lebensmittelherstellern sowie in Unternehmen, die biotechnische Geräte herstellen. „Mein Arbeitgeber übernimmt in der Regel jeden Auszubildenden, das schafft Sicherheit“, sagt Martin Gellner, der sich inzwischen doch noch ein Studium vorstellen könnte: „Solange ich nebenbei in meinem Bereich arbeiten kann. ‚Molekulare Biotechnologie’ käme in Frage.“
Rückblickend findet Martin Gellner, dass er bei seiner Berufsentscheidung alles richtig gemacht hat: „Mein Forscherdrang wird absolut gestillt, man bekommt ständig neue Herausforderungen und hat Abwechslung.“




