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Augenoptiker

Der Weg zur perfekten Brille

Ein Aushilfsjob bei Apollo Optik hat Steve Reimann aus Mainz derart begeistert, dass er sich noch vor dem Abitur für eine Lehrstelle bewarb. Im dritten Jahr erlernt der 21-Jährige nun den Beruf des Augenoptikers in einer Apollo-Filiale der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt.

Brille

Die Aufgaben eines Optikers verlangen technisches Wissen und eine sorgfältige Arbeitsweise.

Foto: WillmyCC

Steve Reimann kann sich noch gut an seinen ersten Verkauf erinnern: Er war etwas schwierig, da der Kunde sich nämlich eine Gleitsichtbrille mit individualisierten Gläsern ausgesucht hatte: „Dazu musste ich viele spezielle Parameter ausmessen und war sehr nervös. Zum Glück war der Kunde verständnisvoll und am Ende dankbar für mein Engagement.” Mittlerweile ist er Auszubildender im dritten Lehrjahr und konnte zwischenzeitlich nicht nur an seinen handwerklichen Fähigkeiten, sondern auch an der Beratungskompetenz feilen. Für Steve Reimann ist die Kundenberatung jetzt sogar der spannendste Aspekt des Berufs: „Jede Beratung ist individuell und verläuft anders.”

Auch Diana Heinz, Ausbildungsbeauftragte der Lehrwerkstatt Frankfurt am Main, ist dieser Meinung: „Zwar stehen die handwerklichen Fähigkeiten in der Ausbildung nach wie vor im Vordergrund. Doch das Berufsbild wird zunehmend durch Kompetenzen in Beratung und Verkauf ergänzt. Daher ist Spaß am Umgang mit Menschen eine wichtige Anforderung an den Auszubildenden.“

Handwerkliches Geschick

Voraussetzung für eine gute Kundenberatung sind genaue Kenntnisse über verschiedene Fassungen und Glasarten wie Einstärken-, Mehrstärken- und Gleitsichtgläser. Die Anfertigung einer Brille zählt zu den Hauptaufgaben eines Augenoptikers und erfolgt in vielen Arbeitsschritten, wie Steve Reimann in den ersten zwei Ausbildungsjahren erfahren hat.

Nach der Wahl der Fassung und Bestimmung der Glasstärke wird die Brille

Das Foto zeigt Steve Reimann an einem Brillenregal stehend.

Steve Reimann

Foto: Privat

zentriert, damit der Kunde exakt durch die optimalen Stellen der Gläser blickt. „Für die Zentrierung muss ich je nach Glastyp unterschiedliche Werte ermitteln,” erläutert der angehende Augenoptiker. „Bei einer Einstärkenbrille, die die Sehstärke über die gesamte Glasfläche korrigiert, messe ich mit einem Pupillometer den Augenmittenabstand des Kunden und gebe diese Daten als technische Maße in das Computersystem ein. Dann messe ich die Höhe der Pupillenmitten zum Fassungsrand und den Abstand vom Auge zum Brillenglas.“ Diese Aufgaben verlangen natürlich ein gewisses Maß an technischem Wissen. „Für den theoretischen Teil der Ausbildung sollte man deshalb ein gutes Verständnis für Mathematik und Physik mitbringen,“ sagt Ausbildungsbeauftragte Diana Heinz.

Gute Jobaussichten

Im Wareneingang lernte Steve Reimann die vom Hersteller gelieferten Gläser zu kontrollieren. „Wir überprüfen zum Beispiel die Stärke, die Beschichtung und verschiedene Veredelungen“, erklärt der 21-Jährige. Vom Hersteller werden die Gläser lediglich vorgeschliffen, den Feinschliff übernimmt der Augenoptiker vor Ort. Um die maßgeschneiderte Sehhilfe zusammen zu bauen, werden die Gläser in der Werkstatt mit dem Schleifautomaten oder dem Handschleifstein bearbeitet. „Ich zeichne den optischen Mittelpunkt des Glases an und bringe ihn mit dem ausgemessenen Pupillenabstand und der Höhe auf den entsprechenden Zentrierpunkt.“

Anschließend werden die Gläser mit dem Schleifautomaten in Form geschliffen, die Kanten gebrochen und das Glas in die Fassung eingesetzt,“ erklärt der angehende Optiker. Das theoretische Wissen wie physikalische Optik, Berechnung und Zentrierung von Brillengläsern sowie die Anatomie von Auge und Kopf eignete sich der Azubi im drei- bis vierwöchigen Blockunterricht an der Berufsschule in Bad Dürkheim bei Mannheim an.

Ausbildungsbeauftragte Diana Heinz denkt, dass Augenoptiker ein Beruf mit Zukunft ist: „Augenoptiker werden auch bei verändertem Berufsbild und trotz Möglichkeiten der Laserbehandlung weiterhin sehr gefragt bleiben. Es gibt viele offene Stellen und mit etwas Flexibilität findet man sicher eine passende Anstellung.“ Sie empfiehlt die Weiterbildung zum Meister oder ein Studium im Bereich Augenoptik. „ Bei Apollo-Optik können gute Auszubildende direkt im Anschluss an ihre Ausbildung mit einem verkürzten Meisterprogramm starten oder das Studium zum Bachelor of Science absolvieren. Beide Fortbildungen sind ein wichtiger Schritt in Richtung Filialleitung.“ Für eine dieser zwei Optionen wird sich auch Steve Reimann bald entscheiden.

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