Zukunftssicher und spannend
Lust auf Naturwissenschaften? Um deiner Leidenschaft zu frönen, kannst du weiter die Schulbank drücken. Welche Assistentenausbildungen es gibt, welche Studiengänge sich als Weiterbildung eignen und alles, was du sonst darüber wissen musst, verrät dir abi>>.
Wer mit Naturwissenschaften arbeiten will, muss nicht unbedingt studieren.
Foto: Becker
„Man hat Kontakt mit Menschen, man kann ihnen helfen und es ist Chemie und Pharmazie dabei – ein toller Beruf!“ Caroline Finke ist begeistert. Die Abiturientin steckt gerade in ihrer Berufsausbildung zur Pharmazeutisch-technischen Assistentin, kurz PTA. Die zwei Ausbildungsjahre an den „Berufsfachschulen Dr. Heinemann“ in Braunschweig hat sie bereits absolviert, in Kürze beginnt sie das die Ausbildung abschließende halbjährige Praktikum in einer Apotheke.
Wer einen Assistentenberuf im naturwissenschaftlichen Bereich wählen möchte, hat zahlreiche Möglichkeiten. „Es gibt sehr unterschiedliche Bereiche, für die man sich entscheiden kann“, erläutert die Berufsberaterin Ursula Kobes-Hellwagner aus der Agentur für Arbeit in München. Die bekanntesten dürften der Medizinisch-technische Radiologieassistent (MTRA), der Pharmazeutisch-technische Assistent (PTA) und der Chemisch-technische Assistent (CTA) sein.
Eigene Interessen
„Welche Assistentenausbildung sich für einen Abiturienten oder Fachoberschüler empfiehlt, richtet sich nach den persönlichen Interessen und beruflichen Zielsetzungen, die man zunächst für sich selbst herausfinden sollte.“ Aus zahlreichen Beratungsgesprächen kennt sie die Wünsche von Abiturienten: „Manche Abiturienten interessieren sich zum Beispiel für eine Labortätigkeit und möchten später gar nicht in die Grundlagenforschung gehen.“ Doch die Ausbildungsexpertin weiß auch: „Nicht jeder traut sich gleich ein Studium zu.“ Oder nicht jeder ist sich sicher, ob ein Studium überhaupt das Richtige ist. Außerdem biete eine Ausbildung eine gute Überbrückungsmöglichkeit, falls ein Studienplatz nur über eine lange Wartezeit zu bekommen ist. „Der Vorteil ist, dass an manchen Hochschulen eine einschlägige Berufsausbildung als Notenverbesserung angerechnet werden kann“, so Ursula Kobes-Hellwagner. Außerdem wird eine Ausbildung auch als Wartezeit angerechnet. So kommen je nach Ausbildung schon mal um die sechs Wartesemester zusammen.
Auch Caroline Finke entschied sich trotz Studienberechtigung dafür, erst einmal die Ausbildung zur PTA zu absolvieren. „Ich wollte einen allgemeinen Einblick in den Beruf bekommen“, begründet sie ihre Wahl.
Schulische Ausbildung
Assistentenausbildungen sind schulische Ausbildungen. Das heißt, statt im Wechsel zwischen Berufsschule und Betrieb, büffeln die Auszubildenden an Berufsfachschulen. „Über KURSNET findet man leicht heraus, welche Berufsfachschulen oder Institute welche Assistentenausbildungen anbieten werden“, sagt Ursula Kobes-Hellwagner. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass die Azubis nur Theorie lernen. In Praktika bei Unternehmen und praktischen Übungen in der Schule setzen sie ihr Wissen in die Tat um.
Das bestätigt auch Carolin Finke. „Ich habe zum Beispiel bei einer Übung Hustensaft hergestellt, der keine Konservierungsmittel enthielt. Das ist wichtig, wenn ein Patient eine Allergie gegen Konservierungsmittel hat“, sagt Finke. Schon jetzt freut sie sich auf das Praktikum in einer Apotheke.
Die Abschlussprüfungen heißen mancherorts auch Staatsexamen – je nach Bundesland. Denn die Assistentenausbildungen sind landesrechtlich geregelt und unterscheiden sich damit innerhalb Deutschlands. Wichtig ist deswegen, sich immer direkt mit den Schulen in Verbindung zu setzen, um sich über die genauen Zulassungsvoraussetzungen, den Ablauf der Ausbildung und die Prüfungen und Abschlüsse zu informieren.
In der Regel erhält man bei einer schulischen Ausbildung keine Ausbildungsvergütung, muss aber teilweise Gebühren an privaten Schulen bezahlen oder aber für Lernmaterial aufkommen. Doch daran soll es natürlich nicht scheitern. Es besteht die Möglichkeit der Ausbildungsförderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz BAföG. Dafür sollte man sich individuell bei dem jeweiligen BAföG-Amt der Kreis- oder Stadtverwaltung beraten lassen.





