service

Rubrik Lehrer und Eltern

studienwahl.de

Studiengangsuche in
studienwahl.de
wie, wo, was?
 
Erweiterte Suche
  • bei Facebook empfehlen
  • bei Twitter empfehlen
  • bei schülerVZ empfehlen
  • bei MySpace empfehlen
Ausbildungsberufe mit Tieren

Tierisch viele Möglichkeiten

Viele Abiturienten träumen davon, beruflich etwas mit Tieren zu machen, doch die Voraussetzungen werden oft genauso unterschätzt wie das Spektrum der Ausbildungsmöglichkeiten.

Auf dem Foto ist eine Herde Kühe auf einer Weide zu sehen. Im Hintergrund kann man den Bauernhof erkennen.

Es gibt viele Ausbildungsberufe, die mit Tieren zu tun haben.

Foto: WillmyCC

Um herauszufinden, welcher Beruf mit Tieren in Frage kommt und ein Gespür für die Voraussetzungen zu bekommen, rät Dr. Nicole Schmohl vom Team Akademische Berufe der Arbeitsagentur Hannover zu frühzeitigen Einblicken in die berufliche Praxis. „Ein Praktikum kann dabei helfen, eine realistische Einstellung zum Beruf zu entwickeln.“ Auch Benedikt Knüppe (22), der im Erlebnis-Zoo Hannover arbeitet, hat vor seiner Ausbildung ein Praktikum gemacht und dabei herausgefunden, wie sein Traumjob in der Realität aussieht.

Hat man sich dann für einen Beruf entschieden, gilt es trotzdem noch, sich Gedanken zu machen. „Wer einen Tierberuf ergreifen möchte, sollte sich gut überlegen, wie die Tätigkeit konkret aussehen soll. Es macht einen Unterschied, ob man als Tiermedizinische Fachangestellte in einer Praxis in der Stadt den Arzt dabei unterstützt verschiedene Haustiere zu versorgen oder auf dem Land arbeitet, wo es auch mal härter zugehen kann. Schafen beim Lammen zu helfen kann nämlich manchmal bedeuten, ein Tier von seinen Schmerzen zu erlösen.“ Je nach Ausbildungsberuf und -ort variieren demnach die Anforderungen. „Für nahezu alle Tierberufe ist körperliche Gesundheit wichtig“, erklärt die Berufsberaterin, „aber auch psychisch sollte man fit sein.“ So könne eine Allergie gegen Putzmittel bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz als Tiermedizinische Fachangestellte schon ein Ausschlusskriterium sein, da man in diesem Beruf sehr auf Hygiene achten muss und schon mal putzen muss. Außerdem müsse man für manche Berufe auch gute Mathematikkenntnisse vorweisen, um beispielsweise Materialbestellungen abzuwickeln oder Spritzen vorzubereiten. „Jeder Arbeitgeber ist anders und legt den Fokus anders“, weiß Dr. Nicole Schmohl, „ein Führerschein zum Fahren der Landmaschinen kann beispielsweise für Pferdewirte Voraussetzung sein.“

Für jeden was dabei?

Neben den beliebten medizinisch-therapeutischen Berufen wie Tiermedizinischer Fachangestellter oder Tierpfleger sei die Nutztierhaltung ein großer Einsatzbereich. Mögliche Berufe sind hier Landwirt, Tier- und Pferdewirt. Diese Berufe kann man noch einmal unterteilen: Diejenigen Berufe, die die Produkte des Tieres nutzen, wie beispielsweise der Tierwirt mit der Fachrichtung Imkerei, oder diejenigen, die die Dienstleistung des Tieres nutzen, also beispielsweise Pferdewirte mit der Fachrichtung Pferdezucht. Hier sei noch erwähnt, dass der Beruf des Tierpflegers in drei Fachrichtungen gegliedert ist (siehe Berufsübersicht): neben der Arbeit in Zoologischen Gärten (Fachrichtung Zoo) und in Tierheimen (Fachrichtung Tierheim und Tierpension), bei der sich Tierpfleger vor allem um das Wohlergehen ihrer Schützlinge kümmern, gibt es auch in Chemie- und Pharmaunternehmen Stellen für Tierpfleger (Fachrichtung Forschung und Klinik). Dort sind sie dann für Versuchstiere verantwortlich sind, nehmen Experimente an ihnen vor und wirken bei medizinischen Eingriffen mit. 

Daneben gibt es aber auch Berufe, die in die Ökologie- und Umweltbranche fallen, etwa der Tierwirt der Fachrichtung Schäferei, der Wolle und Fleisch seiner Tiere verkauft und zusätzlich zur Landschaftspflege beiträgt, oder der Revierjäger, der sich um einen ausgewogenen Tierbestand seines Waldes kümmert. Die Veterinärmedizinisch-technischen Assistenten hingegen sind am ehesten in der Forschung und Analytik tätig. Wer sein Interesse für Tiere mit seinen handwerklichen Fähigkeiten verbinden möchte, kann beispielsweise eine Ausbildung zum Sattler der Fachrichtung Reitsportsattlerei machen und Sättel, Geschirre und Reitsportartikel herstellen und reparieren. Einen Überblick über verschiedene Ausbildungsberufe mit Tieren findest du hier.

Es gibt aber auch Berufe mit Tieren, für die es keine geregelten Zugangsvoraussetzungen gibt. Hierzu zählt beispielsweise der Tierheilpraktiker, der kranke Tiere mit unterschiedlichen Naturheilverfahren behandelt. Die Ausbildung ist durch interne Vorschriften der Lehrgangsträger geregelt und erfordert teilweise eine abgeschlossene Berufsausbildung. Daneben gibt es Tierlehrer, die Tiere dressieren oder für den Einsatz bei Polizei und Bergrettung ausbilden. Normalerweise ist dafür eine Ausbildung Voraussetzung, beispielsweise als Tierpfleger. Auf die Kombination aus Mensch und Tier setzen Reittherapeuten, die mit speziell ausgebildeten Therapiepferden arbeiten und Kinder und Jugendliche behandeln. Auch hier werden die Zugangsvoraussetzungen von den Bildungsträgern vorgegeben. Üblicherweise werden eine abgeschlossene pädagogische oder psychologische Berufsausbildung, die erfolgreiche Teilnahme an Vorbereitungslehrgängen und natürlich der Nachweis reiterlicher Kenntnisse verlangt. Übrigens: Wer Reitlehrer werden möchte, kann beispielsweise eine Ausbildung als Pferdewirt der Fachrichtung Klassische Reitausbildung absolvieren.

Chancen auf dem Arbeitsmarkt

„Ausbildungsberufe rund um Tiere stehen bei Jugendlichen sehr hoch im Kurs“, bestätigt Ralf Beckmann vom Team Arbeitsmarktberichterstattung der Bundesagentur für Arbeit, „bei manchen Berufen ist die Konkurrenz wegen der begrenzten Plätze besonders groß." Im Berufsberatungsjahr 2009/10 seien zum Beispiel bundesweit 59 Ausbildungsstellen für Tierpfleger im Zoo gemeldet worden. Dabei entfielen rein rechnerisch 27 Bewerber auf eine freie Stelle. Etwas günstiger sah es bei den Tiermedizinischen Fachangestellten aus: Dort waren es rund fünf Bewerber pro Stelle. Bei den Tierwirten im Bereich Landwirtschaft gab es 2010 sogar mehr gemeldete Ausbildungsstellen als Bewerber. „Die beliebtesten Ausbildungsberufe mit Tieren sind meines Erachtens die Tiermedizinischen Fachangestellten und die Tierpfleger. Je nach Gegend stehen aber auch die Pferdewirte weit oben auf der Liste“, ergänzt Dr. Nicole Schmohl. Bei diesen Berufen ist der Abiturientenanteil mit am höchsten: 34 Prozent der Tierpfleger mit der Fachrichtung Zoo haben die Hochschulreife, genau wie 53 Prozent der Tiermedizinischen Fachangestellten.

Hierzu passt die Einschätzung von Dr. Nicole Schmohl: „Manche Abiturienten nutzen die Ausbildung aber auch, um ihre Chancen auf einen Studienplatz zu erhöhen oder einen guten Einblick in den Berufsalltag zu bekommen.“ Und: Wer keine Zulassung zum Tiermedizinstudium bekommen hat, kann mit einer Ausbildung die Wartezeit sinnvoll nutzen. Stephanie Grüppemeier hat nach dem Abitur eine Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten begonnen, obwohl ihr Notendurchschnitt von 1,2 vermutlich für einen Studienplatz für Tiermedizin gereicht hätte. „Erst wollte ich gleich nach dem Abi studieren, aber dann war es mir wichtiger, erst einmal den Einsatzbereich mit allen Facetten kennenzulernen, um mir wirklich sicher zu werden. Um einen Studienplatz kümmere ich mich, wenn es soweit ist.“

News RSS-Feeds abonnieren (Öffnet sich in neuem Fenster)

Arbeitgeber-Bewertungsplattform für Auszubildende

IHK Lehrstellenbörse

Events

Eltern-Campus-Tour an TU Dresden

Studieren in den Niederlanden

Veranstaltungsübersicht