service

Rubrik Lehrer und Eltern

studienwahl.de

Studiengangsuche in
studienwahl.de
wie, wo, was?
 
Erweiterte Suche
  • bei Facebook empfehlen
  • bei Twitter empfehlen
  • bei schülerVZ empfehlen
  • bei MySpace empfehlen
Gesundheitswirtschaft

Arbeiten für die Gesundheit

Der kleinste Nenner ist die Arbeit mit und für Menschen. Darüber hinaus sind die Berufe in der Gesundheitswirtschaft aber so breit aufgestellt wie in kaum einer anderen Branche. Hier findet sich für (fast) jeden die passende Aufgabe.

Auf dem Foto ist ein 2D-Modell der inneren Organe des menschlichen Körpers zu sehen, wie man es aus dem Biologieunterricht kennt. Im Hintergrund ist eine Patientin erkennbar, die Sensoren am Kopf hat.

Die Gesundheitswirtschaft bietet Abiturienten ein breites Feld an spannenden Einsatzmöglichkeiten.

Foto: Robert Wolf

Schon während ihrer Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin hat Caroline Schultz gern vor Gruppen gesprochen. „Referate haben mich nie abgeschreckt, und ich war immer Ansprechpartnerin für jüngere Kollegen auf der Station“, erinnert sich die 25-Jährige. Daher entschied sie sich, nach ihrer Ausbildung noch ein Studium der Pflegepädagogik an der Hochschule Ravensburg-Weingarten anzuhängen. Heute ist sie als Lehrerin für Pflegeberufe an der Gesundheitsakademie Bodensee-Oberschwaben in Weingarten angestellt, wo Gesundheits- und Krankenpfleger, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger sowie Operationstechnische Assistenten ausgebildet werden und der
Caroline Schultz steht an einem Krankenbett, auf dem eine Patientenpuppe liegt.

Carloine Schultz bei der Arbeit

Foto: Privat

Bachelorstudiengang Pflege zusammen mit einer Ausbildung angeboten wird. „Als Dozentin bereite ich den Unterricht vor und führe ihn durch, als Kursleiterin bin ich für Stundenpläne, Fehlzeiten und andere organisatorische Fragen zuständig“, erklärt Caroline Schultz. Je nach Lernthema, das gerade behandelt wird – das kann zum Beispiel das Feld „Lebensbedrohliche Situationen“ oder „Verhütung von Lungenentzündungen“ sein –, liest die Pflegepädagogin aktuelle Fachliteratur und spricht sich mit den Kollegen zum Inhalt der Stunden ab. „Als junge Lehrerin muss man sich erstmal eine Routine erarbeiten“, sagt Caroline Schultz. „Zudem muss man 30-köpfige Gruppen von 16- bis 20-Jährigen leiten können.“ Neben dem Unterricht besucht die Lehrerin ihre Schüler regelmäßig an deren Arbeitsorten in den Kliniken, um sie in der Praxis zu beraten. So behält sie den Kontakt zur Pflege auch in ihrem neuen Beruf.

Große Bandbreite

Die Pflege von kranken oder alten Menschen ist nur ein Teil der großen Bandbreite der Berufe in der Gesundheitswirtschaft. Das Statistische Bundesamt unterscheidet zwischen Gesundheitsdienstberufen wie Ärzte, Apotheker, Physiotherapeuten, Hebammen und Diätassistenten, sozialen Berufen wie Altenpfleger, Gesundheitshandwerkern wie Augenoptiker oder Zahntechniker sowie sonstigen Gesundheitsfachberufen wie Ingenieure der Medizintechnik. Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit werden unter dem Berufsfeld „Gesundheit“ auch „Berufe im Rettungsdienst“, in der Ernährung, mit Psychologie sowie „rund um Sport und Bewegung“ gelistet. In der Branche arbeiten aber beispielsweise auch Sozialversicherungsfachangestellte, Kaufleute im Gesundheitswesen, Informatiker, Juristen, Geistes- und Wirtschaftswissenschaftler.

2009 waren laut der Gesundheitsberichtserstattung des Bundes rund 4,7 Millionen Menschen im Gesundheitswesen beschäftigt, das entspricht zwölf Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland. Ein Prognoserechner, der im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) entwickelt wurde, schätzt, dass die Beschäftigtenzahl bis zum Jahr 2020 um rund eine Million steigen wird.

Die Gesundheitswirtschaft machte 2008 laut dem BMWi einen Umsatz von über 224 Milliarden Euro, alleine zehn Prozent davon erwirtschafteten die Medizintechnikunternehmen (Link auf Medizintechnikartikel). Damit  gehört die Gesundheitswirtschaft zu den wichtigsten Wachstumsbranchen in Deutschland. „Dies zeigt sich auch in der Entwicklung der Arbeitsplätze“, sagt Ralf Beckmann, Arbeitsmarktexperte bei der Bundesagentur für Arbeit (BA). „Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Gesundheits- und Pflegeberufen ist in den vergangenen zehn Jahren um ein Fünftel gewachsen.“ Der Frauenanteil ist mit 83 Prozent sehr hoch. Seit 2005 sinkt die Zahl der Arbeitslosen stetig: 2010 waren bei der BA durchschnittlich 41.000 freie Arbeitsstellen in Gesundheits- und Pflegeberufen gemeldet. Insbesondere bei Ärzten, Alten- sowie Gesundheits- und Krankenpflegern sei bereits vielerorts ein Mangel an Fachkräften festzustellen, weiß Ralf Beckmann, der erwartet, dass die demografische Entwicklung zu einem weiter steigenden Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften führen wird. Besonders gut sehe es für Ärzte aus: „Vorwiegend in ländlichen Regionen ist der Medizinermangel bereits Realität.“

Soziale Kompetenz

Dass Ärzte händeringend gesucht werden, ist auch die Erfahrung von Stefan Linder, Personalleiter der m&i-Fachklinik Enzensberg in Hopfen am See. „In der Regel können sie sich nach ihrer Ausbildung aussuchen, wo sie arbeiten wollen.“ Die acht Rehakliniken der Enzensberger Klinikgruppe, die 3.500 Mitarbeiter beschäftigt, suchen neben Medizinern und Psychologen vor allem Hochschulabsolventen aus Wirtschaftsfächern, die Führungsaufgaben übernehmen können. Um den Bedarf zu decken, werden auch Duale Studienplätze im Bereich BWL mit Schwerpunkt Gesundheitswirtschaft angeboten. „Bei allem wirtschaftlichen Wissen muss man sich aber natürlich auch für medizinische Themen interessieren“, betont Stefan Linder. Darüber hinaus sei soziale Kompetenz in der Branche besonders wichtig.

Das gilt auch für Berufe außerhalb von Krankenhäusern oder Arztpraxen – zum Beispiel bei Krankenkassen. „Unsere Mitarbeiter sind kommunikativ, lassen aber auch gern Taten sprechen“, beobachtet Christine Brandis, Referentin im Personalmarketing bei der Techniker Krankenkasse (TK) mit Hauptsitz in Hamburg. Der Großteil der Beschäftigten ist in der Kundenberatung und in der Leistungsbearbeitung tätig. Der Einstieg erfolgt hier meist über eine Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten, zum Kaufmann oder zur Kauffrau im Gesundheitswesen oder Kaufmann/Kauffrau für Dialogmarketing. Absolventen der verschiedensten Fachrichtungen – von BWL über Pharmazie bis hin zu Sportwissenschaft und Gesundheitsökonomie – steigen in der Regel über ein Traineeprogramm ein, das sie in medizinischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Fragen fit macht. Anschließend übernehmen sie strategische Aufgaben in der Unternehmenszentrale oder in den Landesvertretungen der TK. „Krankenkassen haftet oft noch das Image einer verstaubten Behörde an“, bedauert Christine Brandis. „Wir sind jedoch ein modernes Unternehmen, das dienstleistungsorientiert arbeitet. Die Gesundheitswirtschaft bietet Karrieren mit Zukunft.“

News RSS-Feeds abonnieren (Öffnet sich in neuem Fenster)

Probleme bei der Mitarbeiterbeschaffung

JobTrends Deutschland 2012

Events

Eltern-Campus-Tour an TU Dresden

Studieren in den Niederlanden

Veranstaltungsübersicht

Links & Infos

Link zu BERUFENET (öffnet sich in neuem Fenster)