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Dokumentare, Bibliothekare und Archivare

Sauber dokumentiert!

Das Arbeitsfeld für Bibliothekare, Dokumentare und Archivare ist breit. Zu den knapp 9.000 Bibliotheken kommen noch Kliniken, Hochschulen, Forschungsinstitute, Verlage und andere Wirtschaftsunternehmen als potenzielle Arbeitgeber. Gerade in Bibliotheken stehen die Chancen für Berufseinsteiger nicht schlecht: Ein Generationswechsel steht an!

Studierende sitzen in einer großen Bibliothek und lernen.

Knapp 9.000 öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken mit insgesamt 11.500 Standorten und 24.000 Mitarbeitern stehen in der Deutschen Bibliotheksstatistik.

Foto: Privat

Jeden Tag durchforsten die Rechercheure der Landau Media AG in Berlin im Auftrag ihrer Kunden Zeitungen, Magazine, TV-Sendungen, Internetseiten und Radiobeiträge. Dokumentarin Jana Börner gehört zu den Analyseberatern, die aus diesen Rechercheergebnissen relevante Informationen herausfiltern und sie für die
Kunden aufbereiten: „Das kann eine Medienanalyse, ein Pressespiegel oder ein wöchentlicher Report sein“, zählt die 32-Jährige auf. Manche Kunden wollen durch dieses Medienmonitoring zum Beispiel herausfinden, wie effektiv die unternehmenseigene Pressearbeit ist oder wie ein neues Produkt in der Presse besprochen wird. Wie sie vor ihren zwei Bildschirmen sitzt und Informationen in Datenbanken einspeist und abfragt, erinnert Jana Börner ein bisschen an einen Börsenmakler: „Das Bild passt ganz gut, denn Informationen werden umso wertvoller, je effektiver man sie auswerten kann“, meint sie. Wie man professionell mit Informationen umgeht, sie strukturiert, recherchiert, aufbereitet und vermittelt, hat sie im Studium Informationswissenschaften an der Fachhochschule Potsdam gelernt: „Das ist das Handwerkszeug, mit dem ich jeden Tag arbeite.“

Als Jana Börner vor acht Jahren bei der Landau Media AG in Berlin einstieg, fing sie zunächst als Rechercheurin an – führte also Auftragsrecherchen durch – und stieg langsam zur Analystin auf, die Rechercheergebnisse auswertet. Wenn Jana Börner aufzählt, wo ihre ehemaligen Kommilitonen untergekommen sind, wird klar, dass Dokumentare vielschichtig einsetzbar sind: In Presseagenturen, Rundfunkanstalten und Verlagen, in Unternehmen, die Datenbanken verwalten, in Kliniken und Archiven bis hin zu Forschungsinstituten. Je nach Studienschwerpunkt können sie

Das Bild zeigt ein Portrait von Jana Börner.

Jana Börner

Foto: Privat

IT-Strukturen innerhalb eines Unternehmens dokumentieren, Datenbanken für Kliniken konzipieren oder Strategien für eine Archivierung entwickeln. Seit Jahren verfolgt die Fachhochschule Potsdam den Verbleib ihrer Absolventen auf dem Arbeitsmarkt: 94 Prozent der Absolventen von 1997 bis 2007 haben eine feste Stelle und arbeiten in der Datenerfassung und -pflege, in der Informationsvermittlung, dem Marketing, der Öffentlichkeitsarbeit, der Kundenbetreuung oder im Projektmanagement.

Die Arbeitgeber von Bibliothekaren lassen sich klarer beziffern. Knapp 9.000 öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken mit insgesamt 11.500 Standorten und 24.000 Mitarbeitern stehen in der Deutschen Bibliotheksstatistik, davon 2.200 öffentliche Bibliotheken und knapp 250 Universitäts-, Hochschul- und Landesbibliotheken sowie über 6.500 neben- und ehrenamtlich geleitete kirchliche oder kommunale Gemeindebibliotheken. Bibliothekare können aber auch in den Betriebsbibliotheken größerer Firmen sowie beispielsweise in Unternehmensarchiven beschäftigt sein – ein Betätigungsfeld, das sich mit dem für Dokumentare und Archivare überschneidet.

Besondere Zugangsvoraussetzungen gibt es für eine Stelle als Fachreferent an wissenschaftlichen Bibliotheken: Die Bewerber müssen ein abgeschlossenes Masterstudium – manchmal sogar eine Promotion – sowie in der Regel einen Vorbereitungsdienst für den höheren Dienst an Bibliotheken absolvieren (vgl. „Studien- und Ausbildungswege“).

Auch Archivare, die eine Stelle im öffentlichen Dienst, beispielsweise bei Archiven des Bundes antreten wollen, müssen einen zweijährigen Vorbereitungsdienst absolvieren. Darüber hinaus finden sich Archivare ebenfalls in Unternehmens- und Kirchenarchiven, bei Verlagen, Rundfunk- und Fernsehsendern.

Zuverlässiger Arbeitsmarkt

Die Beschäftigtenzahl der Bibliothekare, Archivare und Museumsfachleute nimmt seit 2006 kontinuierlich zu, das zeigen die aktuellen Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Gleichzeitig nimmt die Zahl der

Die Grafik zeigt die Arbeitslosen Archivare, Bibliothekare und Museumsfachleute mit Hochschulabschluss pro Jahr an. Im Jahr 2005 waren es rund 3800, im Jahr 2006 auch. 2007 fällt die Zahl auch ca. 3500.In den Jahre 2008 und 2009 fällt die Zahl weiter auf rund 3000 im Jahr 2008 und 2800 im Jahr 2009.

Arbeitsmarkt für Archivare, Bibliothekare und Museumsfachleute.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Arbeitslosen in diesem Bereich ab: Laut Bundesagentur für Arbeit sank sie von 3.783 Arbeitslosen im Jahr 2004 auf 2.473 im Jahr 2009. „Der Arbeitsmarkt für Bibliothekare zeigte sich in den letzten Jahren stabil. Jährlich werden bei der Bundesagentur etwa 1.000 Stellen explizit für Bibliothekare gemeldet“, sagt Judith Wüllerich, Arbeitsmarktexpertin bei der Bundesagentur für Arbeit. Bedingt durch den Generationswechsel erwartet sie auch weiterhin gute Aussichten in diesem Bereich: „Wenn die öffentlichen Ausgaben nicht gekürzt werden, so ist in den kommenden Jahren von einem großen Ersatzbedarf auszugehen, sind doch bereits jetzt 22 Prozent der Beschäftigten über 55 Jahre alt. Vor zehn Jahren lag der Anteil noch bei 18 Prozent.“

Berufsbilder im Wandel

Mit den technischen Neuerungen, vor allem der Digitalisierung, haben sich die Berufsbilder der Bibliothekare, Archivare und Dokumentare gravierend gewandelt: „Zahlreiche Dienstleistungen werden in das Internet verlegt, so dass zu den Kernkompetenzen eine strukturierte Dienstleistungskultur unter Nutzung der digitalen Technologien zählt“, erklärt Professorin Gabriele Beger, Direktorin der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg. „Heute geht es neben Printprodukten auch um Datenbanken, E-Books, Downloads und so weiter. Die neuen Technologien erfordern Lösungen im Hinblick auf Digitalisierung und Langzeitarchivierung“, bestätigt auch Professorin Cornelia Vonhof von der Hochschule der Medien Stuttgart. Auf die Archivlandschaft kommen also gewaltige technische Anforderungen zu. Eine hohe Affinität zum Internet und zur Digitalisierung steigere deshalb nach Ansicht von Gabriele Beger die Einstiegschancen.

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