Was versteht man unter dem "Schweinezyklus"?
Die Theorie vom Schweinezyklus hat ein Ökonom in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts entworfen. Benannt ist das Phänomen nach einem Beispiel aus der Viehwirtschaft. Der bezeichnete zyklische Ablauf lässt sich aber auch in vielen anderen Bereichen beobachten, beispielsweise am Arbeitsmarkt.
Und so funktioniert der originäre Schweinezyklus:
Wenn es wenig Schweinefleisch am Markt gibt, steigt der Preis. Diese aktuell günstige Lage animiert viele Bauern, mehr Geld in die Schweinezucht zu investieren. Wenn die Schweine allerdings schlachtreif sind, existiert auf einen Schlag ein Überangebot an Schweinefleisch - und der Preis sinkt wieder. Die Folge ist, dass viele Bauern wieder umstellen auf Getreideanbau oder Milchwirtschaft, wodurch wenig später erneut ein Mangel an Schweinefleisch entsteht. Der Zyklus beginnt von vorne.
Zyklische Abläufe wiederholen sich
Übertragen auf die Berufswelt heißt das: Werden die Perspektiven eines Berufes als besonders positiv oder negativ gepriesen, hat das Einfluss auf die Berufswahl. Beispiel Ingenieure für Elektrotechnik und Informationstechnik: Der real verschlechterte Arbeitsmarkt und die Rede von einer Ingenieurschwemme Anfang bis Mitte der 1990er Jahre verursachte einen massiven Rückgang an Ingenieurstudierenden. Während es im Jahr 1990 in den beiden Fachrichtungen zusammen etwa 21.000 Studienanfänger gab, waren es fünf Jahre später gerade noch über 11.000. Aus dieser Lage erwuchs damals ein Mangel an Ingenieuren. In einer Gegenbewegung stieg die Zahl der Studienanfänger in den folgenden Jahren dann wieder an.




